Santiago 28.02.2022


Die Kapverden

Bild Quelle: Master Yachting
Bild Quelle: Master Yachting

Die Kapverdischen Inseln werden auch "Inseln der Glückseligkeit" genannt. Diesen Beinamen verdanken sie dem Umstand, das sie aufgrund ihrer Vegetation geografisch betrachtet zu Makaronesien gehört, was nichts anderes bedeutet als Inseln der Glückseligkeit. Die Kapverden liegen im Zentralatlantik vor der Westküste Afrikas. Sie bestehen aus 10 Inseln, von denen neun bewohnt sind. Man unterscheidet zwischen den nördlichen Inseln über dem Wind und den südlichen Inseln unter dem Wind.

Santiago

Santiago ist die größte der kapverdischen Inseln und zählt zu den Inseln unter dem Wind. Sie ist bekannt für ihre Strände und der portugiesisch-afrikanischen Kultur. Außerdem spielte sie eine große Rolle zu Zeiten des Sklavenhandels. In Cidade Velha, dem historischen Zentrum der Stadt Ribeira Grande, erinnert der Pranger aus Marmor an den Ort, an den die Sklaven früher gefesselt wurden. Diese wurden hier verkauft und dann nach Brasilien und in die Karibik verschifft. 

Praia

Praia ist die Hauptstadt der Kapverden und hat knapp 160.000 Einwohner. Die Altstadt wird von den Bewohnern Plateau genannt, da sie auf einem Felsplateau über dem Atlantik liegt. Wir wollten uns Praia ansehen und haben dafür den kostenpflichtigen Shuttlebus der Reederei genutzt. Das Tagesticket kostete 9,90€. Man kann auch in die Stadt laufen, diese liegt aber wie oben beschrieben etwas oberhalb des Hafens und der Weg führt an einer wenig einladenden, viel befahrenen Straße ohne Schatten entlang.

Quartel Jaime Morta

Auf dem Weg zum Präsidentenpalast liegt das Quartel Jaime Morta. Es wurde zwischen 1823 und 1826 als Militärakademie erbaut. Zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert wurde das Gebäude ausgebaut und modifiziert. Nach der Unabhängigkeit von Portugal wurde das Quartel nach Jaime Morta benannt, einem kapverdischen Freiheitskämpfer, der im Unabhängigkeitskrieg getötet wurde. Das Quartel wurde 2012 restauriert und ein Teil zu einem Militärmuseum umfunktioniert. Es dient aber auch weiterhin als Militärakademie.

Monumento de Diogo Gomes

Auf dem Plateau mit Blick auf das Meer thront das Monument de Diogo Gomes. Der Seefahrer gehörte im Jahr 1455  zu den Entdeckern der Insel. Später wurde er als Richter an den Gerichtshof in Sintra gesandt. In der von ihm verfassten Chronik waren Heinrich der Seefahrer und seine Entdeckungen der Dreh- und Angelpunkt. Diese Chronik ist heute die einzige Quelle die die Wiederentdeckung der Insel durch die Portugiesen beschreibt.

Der Präsidentenpalast

Der Präsidentenpalast (Palácio Presidencial) ist eines der markantesten Wahrzeichen auf dem Plateau in Praia. Das elegante Gebäude im neoklassizistischen Stil wurde im späten 19. Jahrhundert erbaut und diente ursprünglich als Residenz für den portugiesischen Gouverneur. Nach der Unabhängigkeit wurde es zum offiziellen Amtssitz des Präsidenten von Kap Verde. Mit seiner hellen Fassade und den gepflegten Gärten ist der Palast ein bedeutendes Zeugnis der kolonialen und postkolonialen Geschichte des Landes.

Praca Alexandre Albuquerque

Die Praça Alexandre Albuquerque ist der zentrale Hauptplatz und das pulsierende Herz des „Plateaus“, dem historischen Zentrum von Praia. Der im frühen 19. Jahrhundert angelegte Platz war früher als Praça do Pelourinho bekannt und wurde später nach einem portugiesischen Gouverneur benannt.

Heute ist der von Bäumen gesäumte Platz eine friedliche Oase, die durch große Mango- und Kapokbäume Schatten spendet. Er ist von einigen der bedeutendsten architektonischen Wahrzeichen der Stadt umgeben, darunter das Rathaus (Câmara Municipal), der Justizpalast und die Prokathedrale Nossa Senhora da Graça. Mit seinem zentralen Brunnen und den charmanten Parkbänken ist der Platz ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und der ideale Ort, um das tägliche Treiben der Hauptstadt zu beobachten.

Avenida 5 de Julho

Die Avenida 5 de Julho ist die charmante Fußgängerzone und die wichtigste Einkaufsstraße auf dem Plateau in Praia. Benannt nach dem Datum der Unabhängigkeit Kap Verdes (5. Juli 1975), spiegelt sie den Stolz und die Geschichte des Landes wider.

Die Straße ist bekannt für ihr charakteristisches portugiesisches Pflaster (Calçada Portuguesa) und die bunten Fassaden der Kolonialbauten. Hier pulsiert das städtische Leben: Zahlreiche Cafés, Restaurants, kleine Boutiquen und Souvenirläden reihen sich aneinander. Besonders am späten Nachmittag ist die Avenida ein lebendiger Ort, an dem sich Einheimische und Besucher treffen, um zu flanieren oder bei einem Kaffee das bunte Treiben zu genießen.

Mercado de Sucupira

Unterhalb des Plateaus, im Stadtteil Fazenda, liegt der Mercado de Sucupira – der größte und bekannteste Freiluftmarkt der Kapverden. Er ist weit mehr als nur ein Handelsplatz; er ist ein Labyrinth der Sinne und das wirtschaftliche Herz der Hauptstadt.

Der Markt ist berühmt für seine unglaubliche Vielfalt: Von traditionellen Stoffen und Kunsthandwerk über Kleidung und Haushaltswaren bis hin zu lokalen Spezialitäten findet man hier fast alles. In den engen Gassen mischt sich der Duft von frisch zubereitetem Streetfood wie Pastéis mit der lebhaften Musik, die aus den Verkaufsständen tönt. Sucupira ist der perfekte Ort, um in das authentische Alltagsleben der Kapverdianer einzutauchen und das lebendige Chaos der afrikanischen Markt-Kultur hautnah zu erleben.

Nach dem Besuch des Marktes sind wir noch einmal die Einkaufsstraße entlang gelaufen und haben einen schönen Magneten gefunden. Praia war ein totaler Gegensatz zu Mindelo, die Stadt ist voll und quirlig. Wir hatten genug gesehen und sind mit dem Shuttlebus wieder zum Hafen gefahren. 

Straßenhunde auf den Kapverden

Auf den kapverdischen Inseln gibt es zahllose Straßenhunde. In Praia waren sie wirklich an jeder Straßenecke zu sehen. Aber im Gegensatz zu anderen Ländern kümmern sich die Einwohner um diese Hunde. Im Hafen von Mindelo haben wir Arbeiter gesehen, die die Hunde füttern und ihnen Wasser geben. Also gibt es durchaus schlechtere Plätze für ein Straßenhundeleben. Meist liegen sie wie dieser total gechillt herum und schlafen.

Informationen zum Hafen von Praia


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