Winter im hohen Norden

Winter im hohen Norden 02.02.-16.02.19

Nützliche Tipps vorweg

Als wir vor einem Jahr diese Reise buchten, waren wir uns als gar nicht Wintersportbegeisterte nicht im Klaren, das wir für diese Reise Winterausrüstung benötigen würden. So mussten wir uns viele Dinge erst anschaffen, was doch nochmal ganz ordentlich Zusatzkosten verursacht hat. Skijacke und -hose sind genauso unersetzlich, wie Thermounterwäsche und richtige Winterwanderschuhe. Für das Fotografieren der Polarlichter ist ein Stativ sehr nützlich, genauso wie ein Fernauslöser um während der langen Belichtungszeit die Bilder nicht zu verwackeln. Außerdem solltet Ihr Spikes dabei haben, in den Städten kann es sehr glatt werden. Hat man diese Dinge dabei, ist man bestens für diese wunderschöne Reise gewappnet.

Anreise

Unsere Reise begann in Hamburg - Steinwerder. Wie immer wenn es im Norden losgeht, sind wir bereits einen Tag vorher mit dem Auto bis Buxtehude gefahren. Dort haben wir übernachtet und konnten ganz entspannt nach dem Frühstück zum Terminal fahren. Nach ca. 45 Minuten waren wir in Steinwerder und haben das Auto direkt am Terminal geparkt.    https://www.cruisegate-hamburg.de/

Wir konnte gleich auf die Aura und haben es uns erst im Restaurant gemütlich gemacht. Da die Kabine noch nicht fertig war haben wir noch ein wenig Zeit an der Poolbar verbracht, bis wir die Kabine beziehen durften. Die Koffer kamen auch bald und wir konnten uns einrichten, was etwas länger dauerte, da wir doch sehr viele dicke Winterklamotten dabei hatten, man muss ja auf alles vorbereitet sein.

Nachdem wir ausgepackt hatten, hieß es die  Reservierungen für das Selection zu bestätigen. Viel hatten wir schon vorab reserviert, aber ein paar Abende konnten zu Hause nicht reserviert werden, an Bord war das problemlos möglich.

An unserem ersten Abend auf dem Schiff und im Selection haben wir noch vereinbart, das wir für die gesamte Reise den schönen Tisch behalten durften, den wir zugeteilt bekommen hatten, was auch anstandslos geklappt hat.

Den ersten Seetag haben wir wie immer mit Wellness, faulenzen und Essen gestaltet, bevor wir nächsten Tag Haugesund erreicht haben.

 

 

Haugesund 04.02.19

Haugesund ist eine Handelsstadt an der Südwestküste Norwegens und liegt ungefähr mittig zwischen Trondheim und Bergen. Haugesund hat ca. 37.000 Einwohner und ein Einzugsgebiet von ca. 200.000 Menschen.

Hier hatten wir den Aida Ausflug Åkrafjord und Wasserfall Langfoss gebucht.

Haraldshaugen

Das Denkmal Haraldshaugen erinnert an den ersten König Norwegens Harald (Schönhaar). Er kam zu seinem Beinamen, als er sich in eine Frau verliebte und diese ihn ablehnte. Also beschloss er sich nicht mehr zu kämmen, bis sie ihn heiraten würde, was sie später auch tat. Sofort badete Harald und lies sich die Haare schneiden, um dann gut aussehend zurück zu kehren. 

Das Denkmal wurde 1872 von Kronprinz Oscar enthüllt und soll an die Schlacht Schlacht am Hafrsfjord im Jahr 872 erinnern.

Åkrafjord und Langfoss Wasserfall

Nach dem Besuch von Haraldshaugen ging es in Richtung ÅKrafjord. Die Landschaft wurde immer winterlicher, war es in Haugesund noch eher matschig, wurde es während der Fahrt zum Fjord schön weiß und wir bekamen eine erste Ahnung, wie schön Schnee sein kann.

Wir erreichten den Åkrafjord und stiegen um auf ein kleines Ausflugsboot. Dort sicherten wir uns einen schönen Platz im Bug des Bootes, um den Fjord ungestört genießen zu können. Kleinere Wasserfälle die entlang des Fjordes von den Felsen stürzen waren eingefroren, was wirklich sehr beeindruckend war. Auch der Langfoss war zum grössten Teil vereist und wir bekamen von dem Bootsfahrer frisch gezapftes Waserfallwasser gereicht, das er extra für uns geschöpft hatte.

Dann ging es wieder zurück zum Liegeplatz des kleinen Schiffes und wir wir machten uns auf den Weg in Richtung Ølen.

Unni Marie Rosemaling

Kein Ausflug von der Reederei ohne den Besuch irgend eines Ladens. Obwohl ich das meist nervig finde, war der Stop bei Unni Marie wirklich klasse. Sie spricht deutsch und hat eine einzigartige Art, über sich und Ihre Kunst zu erzählen. Wir hatten viel Spaß und haben natürlich auch eine Kleinigkeit gekauft, unseren obligatorischen Kühlschrankmagneten. 

Mittagessen bei Rullestad Camping

Unser Mittagessen gab es bei Rullestad Camping. Lina spricht sehr gut deutsch und so war die Verständigung gar kein Problem. Es gab landestypische Küche und alles war sehr lecker. Gerade als wir mit dem Essen fertig waren, lernten wir das es Trolle "wirklich" gibt. Aufgrund der hohen Temperaturschwankungen explodierten plötzlich einige Bodenfliesen im Restaurant. Lina erklärte dies natürlich damit, das ein Troll böse geworden war und von unten gegen den Boden geschlagen hatte. Wie auch immer, dieses essen wird uns immer in Erinnerung bleiben. 

Nach dem Essen ging es für uns zurück nach Haugesund, wo die Aura schon auf uns wartete. Am Eingang zum Schiff gab es noch eine Urkunde von Haugesund, die sehr schön gestaltet war und mittlerweile unsere Urlaubsgalerie schmückt. Wir hatten einen tollen ersten Tag auf unserer Reise

Bodø 06.02.19

Bodø ist die Hauptstadt der Provinz Nordland und hat ca. 52.000 Einwohner. Vormittags haben wir einen Ausflug zum Saltstraumen gemacht, den wir mit einem R.I.B. Boot erkunden wollten. 

Saltstraumen

#Saltstraumen, Kreuzfahrt Rib Boot Tour, Aida
R.I.B.Boot Tour auf dem Saltstraumen

Der Salttstraumen ist der größte Gezeitenstrom der Welt. durch einen 2,5 km langen und

150m  breiten Sund werden fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Saltfjord am Meer, und dem Skjerstadford beim Gezeitenwechsel hin und her transportiert. Dabei entstehen Strudel, die bis zu 10 m im Durchmesser erreichen können.

 

Wir wurden am Schiff abgeholt und haben in Hafennähe unsere wasserdichten warmen Overalls bekommen. 

Nach einer kurzen Fahrt haben wir den Startpunkt erreicht und unsere Anzüge angezogen, was gar nicht so einfach war, da wir ja sowieso schon dick eingepackt waren. Außerdem erhielten wir Schutzbrillen, Handschuhe und Bandanas, um auch das Gesicht vor der Kälte zu schützen. 

Die Fahrt in dem Fjord war traumhaft schön, Wir sínd sehr nah an die Strudel herangekommen. Eine R.I.B. Bootfahrt vereinigt rasante Fahrten durch den Sund, mit ruhigen Momenten, in denen wir die Landschaft genießen konnten. Dank der passenden Kleidung ist dieser Spaß auch im Winter gut machbar. Nach ca. 45 Minuten war die Fahrt zu Ende. Nachdem wir die Overalls ausgezogen hatten, ging es zurück nach Bodø.

Spaziergang durch Bodø

Nach der Rückkehr am Hafen haben wir noch kurz Bodø erkundet, besonders zu beachten sind die riesen Wandbilder an einigen Häusern. Bei der Suche nach den Bildern haben wir Bodø gut erkunden können. Wir haben noch einen kleinen Stopp in dem Brauhaus Hundholmen eingelegt und uns ein norwegisches Bier gegönnt. Hundholmen ist ein sehr gemütliches Brauhaus, mit dem für Norwegen sehr freundlichen Service. Zwei Gläser haben wir uns als Erinnerungstücke gleich mitgenommen.

https://hundholmenbrygghus.no/

Bodø ist wirklich wunderschön in der winterlichen Atmosphäre und ein kleiner Spaziergang lohnt sich.

Den schönen Tag in Bodø haben wir beim Selection Sail Away ausklingen lassen.Das Auslaufen haben wir bei Sekt und Canapés genossen und sind dann zum Mehrgang Menü ins Selection Restaurant gegangen. Ein wirklich schöner Abschluß unseres Tages in Bodø.

Tromsø 08.02.19

Auf der Fahrt nach Tromsø haben wir noch unsere Polartaufe erlebt. Nachdem wir 3 recht eklige Speisen verputzt, ein noch ekligeres Getränk getrunken und einen Fisch geküsst hatten, haben wir an Deck nach der Taufe unsere Urkunde bekommen. Nun haben wir es schriftlich, das wir den Polarkreis überquert haben, auch diese Urkunden schmücken unsere Galerie und sind eine schöne Erinnerung an dieses Spektakel. 

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir Tromsø und hatten den zentralen Liegeplatz direkt an der Stadt, den nur kleinere Schiffe anlaufen können. Größere Schiffe müssen an einem weiter entfernten Liegeplatz anlegen, von dem aus es gut 45 Minute Fußmarsch in die Stadt sind.

Wir sind gleich nach Freigabe des Schiffes von Bord gegangen, um das winterliche Tromsø zu erkunden.

 

Die Eismeerkathedrale

Sie ist eine evangelisch-lutherische Pfarr- und Seemannskirche und das Wahrzeichen Tromsøs.                                                                        Die Eismeerkathedrale wurde im Dezember 1965 durch Bischof Monrad Norderval geweiht.

Beeindruckend das 140 qm große Glasmosaik, das in einem Zeitraum von drei Jahren von Victor Sparre geschaffen wurde. Der Innenraum der Kirche soll das Polarlicht, Eis und lange Dunkelheit wiedergeben. 

Wir haben uns die 10€ Eintritt gespart, da wir den Innenraum der Kirche auch gut von aussen sehen konnten.Lieber wollte wir noch ein wenig durch das dunkle Tromsø schlender, also ging es wieder zurück zum Ortskern.

Tromsø am Abend in Winterstimmung

Villmarkssenter Hundeschlittenfahrt

Für diesen Tag hatten wir von Deutschland aus eine Hundeschlittenfahrt bei Villmarkssenter gebucht.  https://villmarkssenter.no/

Bei unserer ersten Norwegenreise 2015 waren wir schon hier zu Besuch und sehr begeistert von unserer Wanderung mit den Huskies. Deshalb wollte wir auch die Hundeschlittenfahrt gerne wieder hier erleben. Wir haben die Tour fast ein Jahr im Voraus gebucht, die Kontingente sind schnell weg.

Zu Fuß ging es zum Radisson Blue Hotel, unserem Treffpunkt. Dies liegt direkt am Kreuzfahrtterminal und ist vom Schiff aus schon zu sehen. 

Mit 6 weiteren Personen ging es in den Bus, wir mussten noch einen kleinen Moment auf eine italienische Gruppe warten, die mit viel Geschrei den Bus stürmten. Die italienische Reiseleiterin hat auf der 30 minütigen Fahrt ununterbrochen geredet und ich war schon ein bisschen enttäuscht, so hatte ich mir den Tag nicht vorgestellt. An der Farm angekommen, wurden wir zu unserer Erleichterung von einer jungen Österreicherin empfangen und separat von der italienischen Gruppe zu den Hunden gebracht. Diese erwarteten uns schon eingespannt und wir haben uns erst mal mit unserem Gespann bekannt gemacht. Nach der Begrüßung der Hunde ging es auch gleich los, wir hatten Glück und erwischten den einzigen Deutschen Mascha, was die Kommunikation natürlich sehr erleichtert hat. Ca. 45 Minuten ging es flott durch die wunderschöne Landschaft, wir haben viel über die Hunde erfahren. Zwei Fotostopps gaben uns die Gelegenheit schöne Fotos machen zu können. Es war ein wirklich tolles Erlebnis.

Nach der Fahrt haben wir uns gründlich bei den Hunden bedankt, was ihnen gut gefallen hat. 

Nach der Fahrt nahm uns die junge Österreicherin wieder in Empfang, es wurde Zeit die Hunde zu begrüßen, die heute nicht im Einsatz waren. Ich bin wieder sehr beeindruckt von diesen Hunden gewesen, sie sind wahnsinnig freundlich, verspielt und verschmust. Allerdings muss man aufpassen, das Schal und Handschuhe gut verstaut sind, diese Hunde knabbern an allen, was sie vor die Nase bekommen. Während wir mit den Hunden schmusten erhielten wir noch Information zur Haltung und dem Training der Hunde. Viel zu schnell war es Zeit für das Mittagessen und wir mussten Abschied nehmen.

Am Lagerfeuer gab es noch mehr Informationen über die Zucht, das Training und den Einsatz der Hunde. Wir waren ganz dankbar am Feuer sitzen und uns aufwärmen zu können. Zum Essen gab es Rentiereintopf und wie in Norwegen beliebt zum Nachtisch Schokoladenkuchen. Das Essen war gut wieder aufgewärmt ging es zu den Welpen. Da die Würfe so getaktet werden, das die Welpen im Spätsommer zur Welt kommen, um im Winter schon groß genug zu sein, um mit den Bedingungen klar zu kommen, waren diesmal keine kleinen Welpen auf der Farm. Wir hatten aber auch mit den älteren Welpen einen Mordsspaß. 

Viel zu schnell war unser Tag auf der Huskiefarm vorbei und es ging mit dem Bus zurück nach Tromsø.

Brauerei Mack

Wie schon bei unserem ersten Besuch in Tromsø haben wir die nördlichste Brauerei der Welt besucht, die Brauerei Mack. Auch wenn es nicht ganz günstig ist, gehört für uns ein einheimisches Bier in Tromsø dazu. Wir wundern uns immer wieder, wie voll die Kneipen in Norwegen trotz der Bierpreise sind. Anschließend haben wir uns noch im angrenzenden Shop zwei Gläser mitgenommen und uns dann auf die Suche nach einem schönen Magneten gemacht. Tromsø ist wirklich ein wunderschönes Städtchen, einen kleinen Spaziergang hier sollten Sie sich gönnen. Nachdem wir unseren Magneten gekauft haben, hing es zurück zum schiff, Alta wartete mit einem neuen Abenteuer auf uns.

Als wir beim Essen saßen, gab es wieder mal Polarlichtalarm. Wir beeilten uns also die Rechnung zu unterschreiben und gingen auf die Kabine. Und da waren Sie über Tromsø, die Polarlichter. Kräftig und vor allem lang waren sie am Himmel zu sehen. Leider geben unsere Bilder das nicht so wieder, es ist sehr schwierig von einem fahrenden Schiff aus Polarlichter zu fotografieren. Ein paar ansehnliche sind uns aber gelungen und die Polarlichter selber zu sehen, ist schon traumhaft, weswegen wir irgendwann die Kamera und das Handy weggelegt und die Lichter einfach genossen haben. Da wir bei den ersten Polarlichtsichtungen zu langsam waren und nichts mehr sehen konnten, war die Freude natürlich doppelt groß sie gerade nach einem perfekten Tag in Tromsø erlebt zu haben. Wirklich unvergesslich.

Alta 09./10.02.19.

Anreise zum Eishotel

In Alta haben wir zwei Ausflüge gebucht, eine Rentierschlittenfahrt die wir direkt beim Anbieter Sorrisniva gebucht haben und die Übernachtung im Eishotel welche wir über Aida gebucht haben. Im Nachgang hätten wir auch diesen Ausflug direkt über Sorrisniva buchen können, es wäre wesentlich günstiger gewesen. Wir waren nur nicht sicher, ob wir morgens rechtzeitig beim Schiff gewesen wären. Sorge unbegründet, der Veranstalter holt Euch ab und bringt Euch auch rechtzeitig zurück.

https://sorrisniva.no/

Also ging es morgens erst mal los, Treffpunkt war der Flughafen, der direkt neben dem Hafen liegt. Nach 20 Minute waren wir am Treffpunkt und der Fahrer vom Eishotel wartete auch schon auf uns. Nach ca. 30 Minuten haben wir das Eishotel erreicht, von dem unsere Rentierschlittenfahrt startete.

Die Rentierschlittenfahrt

Irgendwie sind wir davon ausgegangen, das Rentiere es gewohnt sind Schlitten zu ziehen und dies auch relativ gerne tun. Unsere hatten allerdings einen schlechten Tag erwischt und es wurde eine abenteuerliche Fahrt. Schon beim Start bockte unser Rentier so sehr, das der Sami gleich im Schnee gelandet ist und halb unter dem Schlitten lag. da kamen mir schon die ersten Bedenken. Das letzte Rentier in unserer Gruppe wollte lieber erster sein und rannte die ganze Zeit abseits des Weges, was nach kurzer Zeit dazu führte, das der schlitte an einem Baum hängen blieb  und das Rentier im Tiefschnee lag. also hieß es halten, das Rentier abschirren und wieder einspannen, woraufhin sich unseres langweilte und sich erst mal in der Deichsel um die eigene Achse drehte und uns plötzlich gegenüber stand. also musste auch unseres aus- und wieder angeschirrt werden musste. Der Rest der Fahrt bis zum Sami Zelt, in dem wir eine kurze Pause eingelegt haben, verlief ohne weitere Zwischenfälle.

Pause im Sami Zelt

Als wir vor diesem kleinen Zelt standen war ich nicht sicher, ob wir alle hineinpassen würden. Auf dem Boden liegt Reisig, über das Rentierfelle gelegt werden. Im Zelt gab es heiße Getränke und kleine Snacks und wir haben viel über das Leben der Sami gelernt. Auch ein typisches Sami Lied wurde für uns gesungen und wir durften mitsingen. Mit etwas steifen Knochen sind wir wieder aus dem Zelt gekrabbelt und es ging zurück zum Hotel. 

Die Rückfahrt

Nach der Pause ging es zurück zum Hotel, wieder nicht ohne kleine Zwischenfälle, der letzte Schlitten landete noch zweimal vor einem Baum . Irgendwie war ich froh, als wir  wieder heil am Hotel ankamen und wir alle und die Rentiere heil geblieben sind. Die Sami sagten uns, das die Rentiere einfach auch mal spinnen und so eine Tour wirklich ungewöhnlich sei. Ich werde aber in Zukunft keinen Ausflug dieser Art mehr buchen, mich hat die Fahrt nachdenklich gemacht. Als wir später zur Übernachtung wieder im Eishotel waren, gab es noch eine weitere Tour, die auch nicht ganz glatt gelaufen ist.

Die Nordlichtkathedrale

Sie wurde von 2011 bis 2013 erbaut und 2013 im Beisein von Kronprinzessin Mette- Marit eingeweiht. Die Kirche wurde komplett aus Beton erbaut und außen mit Titanplatten verkleidet.Die Altarwand ist mit bleuer Lasur behandelt, um die Christusfigur besser zur Geltung zu bringen. Auch da Innere der Kirche ist aus Beton, alle verarbeitete Holzelemente sind aus massiver Eiche. Die Innenwände werden mit Leuchtdioden beleuchtet.

Auch für den Besuch der Nordlichtkathedrale muss Eintritt gezahlt werden, was wir getan haben. Diese Kirche ist wirklich sehr beeindruckend und der Besuch absolut lohnenswert.

Übernachtung im Eishotel

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Aura hieß es wieder ab zum Bus und zurück zum Eishotel. Das Eishotel wird jeden Winter neu errichtet und hat immer ein neues Thema. Bei uns war das Thema Märchen. Jeder Raum ist individuell gestaltet und es gibt sogar Suiten. Uns hat ein einfaches Zimmer gereicht. Vor dem Abendessen hatten wir Gelegenheit, das Hotel in Augenschein zu nehmen. Ich war sehr skeptisch, da ich wahrlich nicht gerne friere, mein Mann war begeistert. Sobald man das Eishotel betritt, befindet man sich in einer eigenen Welt. Das Innere ist liebevoll gestaltet, mit vielen Skulpturen und liebevollen Details. Wir haben uns unser Zimmer angeschaut und mir schwante nichts Gutes. Ein Eisblock auf dem eine Schicht Reisig, eine dünne Matratze und diverse Rentierfelle liegen. (die Haare aus dem Rentierfell haben wir zu Hause noch gefunden). Wir sind dann in das eigentliche Hotel zurückgekehrt, wo uns ein Abendessen erwartete. Wir konnte aus Lachs, Elch und irgendwas wählen, das mir nicht in Erinnerung geblieben ist. Ich konnte noch Rentier bestellen, was unglaublicherweise sehr lecker war. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr drücken, es hieß ab ins Eishotel. Ihr solltet unbedingt eine Mütze dabei haben, mit den zwei Schlafsäcken, die jeder bekommt reicht es warme Unterwäsche und Socken an zu haben. Leider saß meine Mütze nicht fest, so das ich regelmäßig wach wurde, weil der Kopf kalt wurde. Im Gegensatz zu meinem Mann, der ausgesprochen gut geschlafen hat, habe ich mich die ganze Nacht herumgewälzt und keine gute Nacht gehabt. Um  Uhr morgens hatte ich die Nase voll und bin in das kuschlig warme Haupthotel umgezogen. Mein Fazit ist: Ich hab es einmal gemacht und brauche es nie wieder, möchte diese Erfahrung aber auch nicht missen. Nach einem Frühstück wurden wir zum Schiff zurückgebracht, und ich bin sofort nach dem Auslaufen ins Bett gegangen, um mich auszuschlafen. Wir hatten eine aufregende Zeit in Alta.

Sortland 11.02.19

Der Trollfjord

In Sortland ging es für uns mit dem Boot in den Trollfjord, den wir bereits einmal im Sommer besucht hatten. Das Ausflugsboot lag direkt vor unserem Schiff und wir haben uns einen gemütlichen Platz reserviert, um uns zwischendurch aufwärmen zu können. Ansonsten sollte man aber auch bei der Fahrt zum Fjord ab und zu mal raus, da die Winterlandschaft absolut beeindruckend ist.

Nach ca. 45 Minuten hatten wir den Trollford erreicht. Er ist nur 2km lang und trotzdem einer der schönsten Fjorde in Norwegen. Besonders macht ihn die schmale Einfahrt von nur 100 Meter breite, so das nur die Schiffe der Hurtigrouten und sehr kleine Kreuzfahrtschiffe hier hereinfahren können,denn auch an seiner breitesten Stelle misst er gerade mal 800 Meter.  Rechts und links ragen steile Felswände von bis 1000 Metern auf, und im Sommer gibt es noch einige Wasserfälle zu bewundern. Normalerweise ist der Trollfjord im Winter wegen großer Lawinengefahr gesperrt bei uns spielte das Wetter mit und wir konnte hinein. Wie gefährlich es werden kann, zeigte aber eine Lawine, die kurz hinter unserem Boot abging. Nach einem langen Fotostopp mit einem Gläschen Sekt, ging es wieder zurück nach Sortland

Den Nachmittag haben wir in Sortland verbracht. Sortland hat 10.000 Einwohner und liegt inmitten von hunderten kleinen Inseln in einer schönen  Schärenlandschaft.

Nationale und internationale Aufmerksamkeit erlangte die Stadt zur Jahrtausendwende, als Sortland sich entschied die Stadt blau zu streichen.Seither wird Sortland die blaue Stadt genannt, ein Spaziergang durch den Ortskern lohnt sich.

Im Restaurant Ekpedisjonen haben wir zu Mittag gegessen, der Service ist super, das Essen sehr gut, wir waren zufrieden.

Trondheim 13.02.19

In Trondheim wurde uns bewusst das unsere Reise sich dem Ende näherte. Es war deutlich milder geworden und das tauende Eis verwandelte Trondheims Straßen in Eisbahnen.

Ausgerechnet hier hatte ich die Spikes in der Kabine gelassen, so das unser Spaziergang eine einzige Rutschpartie wurde. Aus diesem Grund haben wir den Ausflug kurz gehalten und sind zurück zum Schiff, bevor etwas passieren konnte.

Bergen 14.02.19

Es war unser dritter Besuch in Bergen und das erste Mal wurden wir mit dem in Bergen so typischen Regen empfangen, das war neu für uns. Bei den ersten beiden Besuchen hatten wir strahlenden Sonnenschein und es war ungewöhnlich warm. Da ein Sprichwort sagt, wer Bergen im Regen nicht kennt, kennt Bergen nicht, können wir nun endgültig behaupten, Bergen zu kennen.

Die Stadt war ungewohnt leer, da außer uns nur ein weiteres Kreuzfahrtschiff vor Ort war. Wir fanden das sehr angenehm und haben uns das erste mal in Ruhe in Bryggen umgesehen. Es war sehr angenehm, in den Souvenierläden auch mal die Ware sehen zu können. 

 

3 Kroneren

Schon bei den letzten beiden Besuchen wollte wir uns eine Wurst an Bergen beliebtester Wurstbude gönnen, haben es aber irgendwie nicht geschafft. Diesmal hat es geklappt und wir haben uns eine Wurst probiert. Es war lecker und wir können uns den vielen zufriedenen Kunden nur anschließen. Das 3 Kroneren liegt direkt neben dem Fischmarkt und der an der Straße, die zur Fløybahn führt.

Bergen war die letzte Station auf unserer Reise in den Winter im hohen Norden. Nachdem ich die Fahrt gar nicht machen wollte, da ich dem Winter nicht viel abgewinnen kann, bin ich froh, das mein Mann sich durchgesetzt hat. Diese Reise war unsere bisher schönste und beeindruckendste. Norwegen ist ja im Sommer schon wunderschön, im Winter ist es traumhaft. Die Landschaft wirkt im Schnee nochmal ganz anders.

Die Aura hat uns sehr gut gefallen, die Crew war spitze und wir haben uns an Bord rundum wohl gefühlt. Die Aura ist aufgrund ihrer Größe sehr überschaubar und familiär, uns hat das sehr gut gefallen. 

Wir werden diese Reise unter Garantie nochmal machen, viele die mit uns an Bord waren, haben gleich für 2021 wieder gebucht, da haben wir aber schon andere Pläne. Vielleicht 2022, wer weiß..........

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Kommentare: 1
  • #1

    René Habegger (Sonntag, 02 August 2020 15:09)

    Herzlichen Dank für den Super Interesanter Reisebericht
    Jezt habe ich dank Dir eine klare Vorstellung
    P.s Du hast mir den Link auf Facebook in der AIDA gruppe gegeben