Winter im hohen Norden Teil 1

Winter im hohen Norden 02.02.-16.02.19

Nützliche Tipps vorweg

Manch eine Reise erfordert eine besondere Ausrüstung, so auch diese. Solltet Ihr keine Wintersportler sein, empfiehlt sich ein extra Budget um geeignete Kleidung zu kaufen. Skijacke und -hose sind genauso unersetzlich, wie Thermounterwäsche und richtige Winterwanderschuhe. Für das Fotografieren der Polarlichter ist ein Stativ sehr nützlich. Wir hatten ein Rollei Stativ dabei und waren sehr zufrieden. Genauso wichtig ist ein Fernauslöser für die Kamera, um während der langen Belichtungszeit die Bilder nicht zu verwackeln. Außerdem solltet Ihr Spikes dabei haben, in den Städten kann es sehr glatt werden. Hat man diese Dinge dabei, ist man bestens für diese wunderschöne Reise gewappnet.

Anreise

Unsere Reise begann in Hamburg - Steinwerder. Wie immer wenn es im Norden losgeht, sind wir bereits einen Tag vorher mit dem Auto bis Buxtehude gefahren. Dort haben wir übernachtet und konnten ganz entspannt nach dem Frühstück zum Terminal fahren. Nach ca. 45 Minuten waren wir in Steinwerder und haben das Auto direkt am Terminal geparkt.

Check In

Der Check In verlief reibungslos, wir konnten ohne Wartezeit auf die Aura. Die Kabinen werden an Anreisetagen erst ab 15:00 Uhr freigegeben, so das wir im Restaurant unsere ersten kulinarischen Erfahrungen machen konnten. Nach Freigabe unserer Kabine über die Aida App konnten wir uns einrichten. Nachdem die Winterausrüstung ausgepackt und verstaut war, erkundeten wir die Aura und nahmen die Reservierungen für das Bezahlrestaurant Selection vor. Vieles hatten wir schon zu Hause über MyAida reserviert, manche Reservierungen können aber erst an Bord vorgenommen werden. Da solltet Ihr dann schnell sein, viele Termine sind sehr schnell ausgebucht. Das gilt für die Küchenparty im Selection Restaurant die sehr beliebt ist und in unserem Fall für den Fotoworkshop Polarlichter. An unserem ersten Abend im Selection haben wir den Wunsch geäußert unseren schönen Tisch für die gesamte Reise behalten zu können, dem wurde gerne entsprochen. Der erste Seetag eignet sich zum entspannten Start in den Urlaub. Dazu gehören für uns Wellness, faulenzen und das gute Essen genießen.   

AidaAura

Die Aura lief 2002 vom Stapel und kam 2003 als drittes Schiff zur Aida Flotte. Sie verfügt über 12 Decks und 633 Passagierkabinen, von denen 62 über einen Balkon verfügen. Somit bietet sie Platz für 1266 Passagiere, hinzu kommen 389 Besatzungsmitglieder. Seit 2017 wird die Aura mit Ihren Schwestern Cara, Vita und Mira für Selection Reisen eingesetzt. Diese Reisen stehen für längere Liegezeiten, ausgiebige Landausflüge und die Anfahrt von Häfen, in die größere Schiffe nicht hinein dürfen. 

Haugesund 04.02.19

 

Haugesund ist eine Handelsstadt an der Südwestküste Norwegens und liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Trondheim und Bergen. Haugesund selbst hat nur ca. 37.000 Einwohner aber ein Einzugsgebiet von ca. 200.000 Menschen.

Wir hatten uns für den Aida Ausflug Åkrafjord und Wasserfall Langfoss entschieden.

Haraldshaugen

 

Das Denkmal Haraldshaugen wurde zu Ehren des ersten König Norwegens Harald I. Harfrage (Schönhaar) errichtet. Benannt wurde er nach seiner schönen Frisur, die er sich zurechtschneiden ließ nachdem er den Thron bestiegen hatte. Der Sage nach ist er in den zehn Jahren davor mit einem Strubbelkopf herumgelaufen, da er Haar und Bart erst dann wieder schneiden wollte, wenn Norwegen geeint wäre.

Das Denkmal wurde 1872 von Kronprinz Oscar enthüllt und soll an die Schlacht Schlacht am Hafrsfjord im Jahr 872 erinnern.

 

Unni Marie Rosemaling

 

Kein Ausflug von der Reederei ohne den Besuch irgend eines Ladens. Obwohl ich das meist nervig finde, war der Stopp bei Unni Marie wirklich klasse. Hier trafen wir unseren ersten Troll an diesem Tag: Unni Marie. Sie spricht deutsch und hat eine einzigartige Art, über sich und Ihre Kunst zu erzählen. Selten haben wir uns so gut amüsiert und der kleine Laden von Unni Marie ist wunderschön. Wir hatten viel Spaß und haben natürlich auch eine Kleinigkeit gekauft: unseren obligatorischen Kühlschrankmagneten. 

Åkrafjord und Langfoss Wasserfall

 

Nach dem Besuch von Haraldshaugen ging es in Richtung ÅKrafjord. Sobald wir weiter ins Landesinnere kamen wurde die Landschaft winterlicher. Dies liegt am Golfstrom, der für ein mildes Klima an Norwegens Küsten sorgt.

Wir erreichten den Åkrafjord und stiegen um auf ein kleines Ausflugsboot. Dort sicherten wir uns einen schönen Platz im Bug des Bootes, um den Fjord ungestört genießen zu können. Beeindruckend waren die gefrorenen Wasserfälle entlang des Fjordes. Auch der Langfoss war zum größten Teil vereist. Ein Besatzungsmitglied holte uns frisches Wasser vom Wasserfall zum probieren. dies holte er aus dem noch fließenden Gewässer des Langfoss. Das Wasser fror zum Teil im Becher erneut ein, war sehr kalt, aber köstlich.

 

Dann ging es wieder zurück zum Liegeplatz des kleinen Schiffes und wir wir machten uns auf den Weg zu unserer Mittagspause.

Mittagessen bei Rullestad Camping

 

Unser Mittagessen gab es bei Rullestad Camping. Lina spricht sehr gut deutsch und so war die Verständigung gar kein Problem. Die verschiedenen regionalen Spezialitäten waren von hoher Qualität und wirklich köstlich. Ungeplant war dann allerdings die darauf folgende Vorstellung. Der Boden und die sich darauf befindlichen Fliesen brachen mit lautem Getöse auf. dieses unheimliche Vorgehen dauerte einige Minuten. alle anwesenden Personen waren erstaunt oder sogar erschrocken. Die Inhaber des Lokals gingen erstaunlich ruhig mit dem Vorkommnis um, der Schaden war immerhin beträchtlich. Und wie in Norwegen üblich gab man gleich den Trollen die Schuld an der Misere. Wie auch immer, dieses Essen wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Als wir zum Schiff zurückkamen, empfingen uns Abgesandte der Stadt Haugesund. Jeder von uns bekam eine schöne Urkunde, die unseren Besuch bekundete. Eine sehr schöne Idee. Das Schriftstück hat einen besonderen Platz an unserer Urlaubsgalerie gefunden.

Vielen dank Haugesund, was für ein schöner erster Tag.

Bodø 06.02.19

Bodø ist die Hauptstadt der Provinz Nordland und hat ca. 52.000 Einwohner. Auch hier haben wir einen organisierten Ausflug der Reederei gebucht. Mit dem RIB Boot auf dem Saltstraumen.

Saltstraumen

#Saltstraumen, Kreuzfahrt Rib Boot Tour, Aida
R.I.B.Boot Tour auf dem Saltstraumen

 

Der Saltstraumen ist der größte Gezeitenstrom der Welt. Beim Gezeitenwechsel werden durch einen 2,5 km langen und 150 Meter breiten Sund ca. 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Saltsfjord am Meer und dem Skjerstadfjord hin und her transportiert. Die Strudel erreichen dabei einen Durchmesser von bis zu zehn Metern. 

 

Wir wurden am Schiff abgeholt und haben unsere wasserdichten warmen Overalls bekommen. 

Nach einer kurzen Fahrt haben wir den Startpunkt erreicht und unsere Anzüge angezogen, was gar nicht so einfach war, da wir ja sowieso schon dick eingepackt waren. Außerdem erhielten wir Schutzbrillen, Handschuhe und Bandanas, um auch das Gesicht vor der Kälte zu schützen. 

Die Fahrt in dem Fjord war traumhaft schön, Wir sínd sehr nah an die Strudel herangekommen. Eine R.I.B. Bootfahrt vereinigt rasante Fahrten durch den Sund, mit ruhigen Momenten, in denen wir die Landschaft genießen konnten. Dank der passenden Kleidung ist dieser Spaß auch im Winter gut machbar. Nach ca. 45 Minuten war die Fahrt zu Ende. Nachdem wir die Overalls ausgezogen hatten, ging es zurück nach Bodø.

Spaziergang durch Bodø

Zurück am Hafen hatten wir noch genügend Zeit um Bodø zu erkunden. Das kleine Städtchen hält einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. riesige Wandgemälde bereit.

Auf der Suche nach den Bildern haben wir Bodø gut erkunden können. Wir haben noch das Brauhaus Hundholmen direkt neben der Touristeninformation besucht. Hundholmen ist ein sehr gemütliches Brauhaus, mit gutem Bier und sehr freundlichem Service. Zwei Gläser haben wir uns als Erinnerungstücke gleich mitgenommen.

Bodø ist wirklich wunderschön in der winterlichen Atmosphäre und ein kleiner Spaziergang lohnt sich.

 

Zum Abschluss des Tages haben wir das Auslaufen mit Sekt und Canapés mit dem "Selection Sail Away" genossen. Später gab es dann noch ein köstliches Menü im Selection Restaurant.

Tromsø 08.02.19

 

Auf der Fahrt nach Tromsø haben wir noch unsere Polartaufe erlebt. Für die Urkunde der Polartaufe mussten wir mehrere aufgaben erfüllen. Dazu gehört das Vertilgen von drei recht ekligen Speisen und einem ungenießbaren Getränk. Nachdem wir noch einen Fisch geküsst hatten, wurden wir an Deck von Neptun getauft und bekamen das begehrte Schriftstück. Auch diese Urkunde schmückt unsere Urlaubsgalerie.

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir Tromsø und hatten den zentralen Liegeplatz direkt an der Stadt, den nur kleinere Schiffe anlaufen können. Größere Schiffe könne die Brücke in Tromsø nicht passieren und liegen daher an einem entfernteren Liegeplatz außerhalb der Stadt.

Wir sind gleich nach Freigabe des Schiffes von Bord gegangen, um das winterliche Tromsø zu erkunden.

Die Eismeerkathedrale

 

Sie ist eine evangelisch-lutherische Pfarr- und Seemannskirche und das Wahrzeichen Tromsøs.                      Die Eismeerkathedrale wurde im Dezember 1965 durch Bischof Monrad Norderval geweiht.

Beeindruckend das 140 qm große Glasmosaik, das in einem Zeitraum von drei Jahren von Victor Sparre geschaffen wurde. Der Innenraum der Kirche soll das Polarlicht, Eis und lange Dunkelheit wiedergeben. Die Kirche erreicht Ihr über die Brücke, die über den Tromsøysund führt.

Wir haben uns die 10€ Eintritt gespart, da wir den Innenraum der Kirche auch gut von außen sehen konnten. Lieber wollten wir noch ein wenig durch das dunkle Tromsø schlendern, also ging es über die Brücke zurück zum Ortskern.

Tromsø am Abend in Winterstimmung

Villmarkssenter Hundeschlittenfahrt

 

Nach einer Overnight empfing uns der Morgen im Hafen von Tromsø. Für diesen Tag hatten wir von Deutschland aus eine Hundeschlittenfahrt bei Villmarkssenter gebucht.  

Bei unserer ersten Norwegenreise 2015 waren wir schon hier zu Besuch und sehr begeistert von unserer Wanderung mit den Huskies. Deshalb wollten wir auch die Hundeschlittenfahrt gerne wieder hier erleben. Wir haben die Tour fast ein Jahr im Voraus gebucht, die Kontingente sind schnell weg.

Die Busse fahren vom direkt am Hafen liegenden Radisson Blu Hotel ab. Anders als im Sommer als wir die einzigen Gäste waren, fuhren jetzt mehrere große Busse zum Villmarkssenter.

 

Zunächst waren nur sechs Passagiere im Bus. Dann kam noch eine italienische Reisegruppe, die sich über die gesamte Fahrt lautstark unterhielten.  Und auch die  italienische Reiseleiterin hat auf der 30 minütigen Fahrt ununterbrochen geredet. 

An der Farm angekommen, wurden wir zu unserer Erleichterung von einer jungen Österreicherin empfangen und zu den Hunden gebracht. Diese erwarteten uns schon eingespannt. Nach der ersten Kontaktaufnahme mit den Hunden waren wir bereit für die Fahrt. Wir hatten das Glück einen deutschen Mascha zu erwischen. Somit konnte wir uns gut verständigen und die atemberaubende Landschaft und die schöne Schlittenfahrt genießen.

 

Die Fahrt dauerte ca. 45 Minuten und wir haben viel über die Hundeschlittenfahrt und die Hunde erfahren. Zwei Fotostopps gaben uns die Gelegenheit schöne Fotos machen zu können. Es war ein wirklich tolles Erlebnis.

Nach der Fahrt haben wir uns gründlich bei den Hunden bedankt, was ihnen gut gefallen hat. 

Wer wie ich schnell zu kalten Füßen neigt, sollte für die Hundeschlittenfahrt Fußwärmer dabei haben. 

 

Im Anschluss besuchten wir die Hunde, die heute nicht im Einsatz waren. Ich war wieder sehr beeindruckt von diesen Hunden. Sie sind wahnsinnig freundlich, verspielt und verschmust. Allerdings muss man aufpassen das Schal und Handschuhe gut verstaut sind. Die Hunde knabbern an allem was sie vor die Nase bekommen. Während wir mit den Hunden schmusten erhielten wir noch Information zur Haltung und dem Training der Hunde. Viel zu schnell war es Zeit für das Mittagessen und wir mussten Abschied nehmen.

 

Am Lagerfeuer gab es noch mehr Informationen über die Zucht, das Training und den Einsatz der Hunde. Wir waren ganz dankbar am Feuer sitzen und uns aufwärmen zu können. Zum Essen gab es Rentiereintopf und zum Nachtisch den in Norwegen sehr beliebten  Schokoladenkuchen. Das Essen war gut, wieder aufgewärmt ging es zu den Welpen. Die Würfe werden so getaktet, dass die Welpen im Spätsommer zur Welt kommen. So sind sie im Winter bereits groß genug, um mit den schwierigen Bedingungen zurecht zu kommen. Daher waren im Gegensatz zu unserem ersten Besuch keine kleinen Welpen auf der Farm.

 

Auch mit den schon etwas älteren Welpen hatten wir viel Spaß.

Viel zu schnell war unser Tag auf der Huskiefarm vorbei und es ging mit dem Bus zurück nach Tromsø.

Brauerei Mack

 

Wie schon bei unserem ersten Besuch in Tromsø haben wir die nördlichste Brauerei der Welt besucht. Trotz der üppigen Preise gehört für uns ein einheimisches Bier in Tromsø dazu.

Zu unserer Verwunderung sind die Kneipen in Norwegen obwohl Alkohol verhältnismäßig teuer ist immer gut besucht.

Anschließend haben wir noch im angrenzenden Shop zwei Gläser mitgenommen und uns dann auf die Suche nach einem schönen Magneten gemacht. Tromsø ist wirklich ein wunderschönes Städtchen, ein Besuch ist empfehlenswert. Auch der schönste Tag ist mal zu Ende und wir mussten zurück zum Schiff. 

 

Am Abend konnten wir noch Polarlichter bestaunen. Diesmal waren die Lichter kräftig und ausdauernd. Die Fotos die wir während der Schifffahrt gemacht haben geben nicht das optimale Bild ab. Aufgrund der Bewegung des Schiffes wird das Ergebnis qualitativ schlechter. Wir waren trotzdem zufrieden. Die Polarlichter sind als Naturphänomen auch einzigartig. Fotos geben die Wirklichkeit nie so wieder. Es ist nicht selbstverständlich dass man Nordlichter zu sehen bekommt. Meist sind sie nur schwach oder kurz sichtbar. Wir waren sehr glücklich das wir das erleben durften.

Wer gerne nochmal einfach erklärt haben möchte, wie man am besten Polarlichter mit der Kamera einfängt, ist hier genau richtig:

Andreas von Reisewut.com hat einen wirklich tollen Artikel zu diesem Thema verfasst.

Zum zweiten Teil der Reise geht es hier:

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Kommentare: 1
  • #1

    René Habegger (Sonntag, 02 August 2020 15:09)

    Herzlichen Dank für den Super Interesanter Reisebericht
    Jezt habe ich dank Dir eine klare Vorstellung
    P.s Du hast mir den Link auf Facebook in der AIDA gruppe gegeben