Reykjavik 09./10.07.17

Reykjavik 09.07.17

Reykjavik ist die nördlichste Hauptstadt der Welt. Reykjavik ist der ideale Standort um einige der atemberaubendsten Naturwunder wie die blaue Lagune und den golden Circle mit seinen Wasserfällen Geysiren und vielem mehr zu besuchen, aber auch die Stadt selbst hat einiges zu bieten.

Wir wollten eigentlich auch den Ausflug Golden Circle buchen, waren aber zu langsam. So haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an beiden Tagen besucht und hatten leider nicht genug Zeit für Reykijavik selbst.

1. Die blaue Lagune

2. Reykjavik

    2.1 Das beste Hot Dog

    2.2 Chuck Norris Grill

    2.3 The Sun Voyager

3. Golden Circle

    3.1 Perlan

    3.2 Strokkur

    3.3 Gulfoss

    3.4 þingvellir


Die blaue Lagune

Am ersten Tag hatten wir einen Ausflug zur blauen Lagune gebucht. Wir wurden am Hafen abgeholt und sind ca. 45 Minuten zur blauen Lagune gefahren. Auf der Fahrt gab es erste Informationen zu Island und Reykjavik von unserem örtlichen Reiseleiter. Die blaue Lagune ist das Werk des nahegelegenen Wärmekraftwerks Svartsengi und entstand als das Kraftwerk begann 240° heißes Wasser aus rund 2000 Metern Tiefe an die Oberfläche zu befördern um Energie zu gewinnen. Das reine Wasser wurde anschließend abgeleitet, die blaue Lagune entstand. Das Wasser in der Lagune besteht zu 2 Dritteln aus eingespültem Meerwasser und zu einem Drittel aus aus versickertem Süßwasser. Die im Meerwasser gelösten Kieselalgen reflektieren blaues Licht und lassen die Lagune in ihrer typischen Farbe erstrahlen.  Die im Wasser enthaltene Kieselsäure hilft bei verschiedenen Hautkrankheiten, aus diesem Grund befindet sich auch eine Kurklinik in der Nähe. 

An der blauen Lagune angekommen, hieß es erst mal warten, die Gäste werden in Zeitfenstern eingelassen, da der Andrang seht hoch ist.

Zuerst hieß es duschen, was vorgeschrieben ist und auch kontrolliert wird. Dann war es soweit, wir konnte in das bis zu 38 Grad warme Wasser der blauen Lagune eintauchen. Wir hatten ca. anderthalb Stunden Zeit, das Thermalbad zu erkunden, was auch ausreichend ist. Ein Besuch der blauen Lagune ist bei einem Besuch Islands Und Reykjavik bestimmt ein unbedingtes Muß, ich müsste es aber kein zweites Mal haben. Mir war es einfach zu überlaufen und zu teuer. 

Wer es in Reykjavik sportlich mag, ist bei Baja Bikes gut aufgehoben. Hier könnt Ihr sowohl Fahrräder leihen, als auch geführte Stadtrundfahrten mit lokalen, meist deutschsprachigen Guides buchen.

Reykjavik

Wir sind nach dem Besuch der blauen Lagune noch durch die Stadt geschlendert. Reykjavik ist nicht nur die Hauptstadt Islands, sondern auch die nördlichste Hauptstadt der Welt. In Reykjavik leben ca. 130.000 Menschen und damit leben ca. 37% der Bevölkerung Islands hier, trotz allem ist die Stadt sehr beschaulich und gut zu Fuß zu erkunden. Leider hatten wir nicht ausreichend Zeit uns alles anzuschauen, aber es gibt ja immer ein zweites Mal. 

Islendingar Borda SS Pylsur

Die besten Hot Dogs der Stadt, soll es bei Skuli geben. Das mussten wir natürlich testen, schwimmen macht ja bekanntlich hungrig. 

Selbst Bill Clinton und Kim Kardashien haben es sich anlässlich eines Besuches in Reykjavik nicht nehmen lassen hier einen Hot Dog zu essen.

Der Wagen steht am alten Hafen und ist so unscheinbar, das wir beim ersten Mal vorbei gelaufen sind.

Die Hot Dogs sind wirklich gut, ein Besuch lohnt sich.

Mittlerweile wird der Hot Dog Wagen in jedem Reiseführer erwähnt.

Chuck Norris Grill

Zum Abendessen haben wir uns einen Burger im Chuck Norris Grill gegönnt. Während wir auf das Essen gewartet haben, hatten wir ausreichend Zeit, uns die bekanntesten Sprüche des Schauspielers zu lesen, die die Wände zieren. Die Atmosphäre in dem Restaurant ist wirklich toll, der Service sehr freundlich und

die Burger waren sehr lecker. Wir haben uns wie die zahlreichen anderen Gäste hier sehr wohl gefühlt.

The Sun Voyager

Um nach dem Essen noch ein wenig Bewegung zu bekommen, sind wir zu Fuß zurück zum Hafen gelaufen. Es geht immer am Meer entlang und auf halber Strecke trifft man auf schöne Bronzefigur, die von Jón Gunnar Árnason im Jahr 1986 errichtet wurde. Zum 200. Jubiläums der Stadt Reykjavik wurde sie enthüllt.

Die Skulptur stellt ein Wikingerboot dar und gehört heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

10.07.17

Am zweiten Tag haben wir den Ausflug Golden Circle gemacht. Wann immer es um Ausflüge in Island geht, kommt er wahrscheinlich zur Sprache. Er besteht aus drei der vielleicht atemberaubendsten Orte im Südwesten Islands. Hier handelt es sich um den þingvellir Nationalpark, dem Geysir Geothermalgebiet mit dem bekanntesten Geysir Strokkur und dem spektakulären Wasserfall Gullfoss. Oft ist auch noch die blaue Lagune dabei, aber die hatten wir ja gestern bereits besucht, da der Ausflug wo sie auch noch dabei gewesen wäre, sofort ausgebucht war.

Los ging es früh morgens, der Ausflug dauerte 8 Stunden.

Perlan

Der Warmwasserspeicher Perlan, von Imgimundur Sveinsson entworfen, wurde 1991 eröffnet. Er versorgt de Stadt mit warmem Wasser und versorgt im Winter auch die beheizten Straßen und Gehwege. Die sechs bereits vorhandenen Tanks wurden mit einer Glaskuppel überdacht, Lampen erzeugen den Eindruck eines Sternenhimmels. Einer der Tanks wurde trockengelegt auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man einen phantastischen Blick auf Reykjavik hat.

In einem der großen Tanks befindet sich das Perlan Museum, das wir uns aus Zeitgründen nicht anschauen konnten mit der Ausstellung Wunder von Island. Mit einer geführten Tour werden die Besucher durch die Geschichte der Gletscher geführt. Dem Museum ist es gelungen, einen Eistunnel nachzubauen, wie er auch durchaus natürlich in einem Gletscher vorkommen kann. Da es in dem Tank            - 10 Grad kalt ist, solltet Ihr eine warme Jacke dabei haben.  Buchen könnt Ihr die Tour hier.

Strokkur

Auf unserem Weg zum Strokkur wäre unser Ausflug schon fast beendet gewesen, obwohl er gerade erst angefangen hatte. Unser Bus hatte eine Panne und es war nicht sicher, ob wir einen Ersatz bekommen würden. Nach fast einer Stunde kam zu unserer Erleichterung der Ersatzbus und es konnte weitergehen. Wir haben einfach die Mittagspause verkürzt und waren wieder im Zeitplan. 

Der Weg zum Strokkur führt durch eine Landschaft, in der es überall dampft, heiße Bäche mit gelblichen Ablagerungen fließen und  der Duft von Schwefel über allem liegt. Da der Strokkur noch friedlich war, haben wir uns erst mal in Ruhe umgesehen.

Fast unbeachtet liegt das Original neben dem Strokkur, der große Geysir, der Namensgeber für alle Geysire nach ihm. Er hat seine Aktivität vor 100 Jahren aufgegeben und ist seitdem ein stiller See mit leuchtend blauem Wasser.

Aber dann wollen wir uns doch dem Strokkur zuwenden. In dem Loch brodelt das Wasser vor sich hin, der Strokkur bricht im Schnitt alle 10 Minuten aus. Plötzlich bildet sich eine Wasserglocke und dann kommt die Eruption. Der Strokkur schießt eine ca. 30 Meter hohe Wassersäule in die Höhe, die dann schnell wieder in sich zusammenfällt, ein Schauspiel das mich sprachlos gemacht hat. 

Der Gullfoss

Der Gulfoss wird für mich  das Highlight Islands bleiben. War ich vom Godafoss schon begeistert, hat mir der Gullfoss den Atem geraubt. Nicht umsonst ist er von World of Waterfalls als einer der Top 10 Wasserfälle der Welt gelistet. Im Sommer erreicht er eine Durchflussrate von 140 Kubikmetern pro Sekunde, das Wasser fällt über zwei Stufen 35 Meter in die Tiefe, bevor es in einen einen schmalen Canyon gepresst wird. Unterhalb der ersten Stufe ist eine Plattform, auf der man dem gewaltigen Wasserfall sehr nah kommt. Ihr auf jeden Fall hingehen, dort merkt man die Naturgewalten und hat einen wunderschönen Ausblick auf den Wasserfall. Wir für fast alles in Island gibt es auch für den Gullfoss eine Sage. Der Bauer Gýgor wollte nicht, das nach seinem Tod irgendjemand in den Besitz seines Goldschatzes kommt, daher warf er die Truhe mit dem Gold in den Wasserfall, der seither den Namen Goldener Wasserfall trägt. 

Das der Wasserfall in seiner natürlichen Schönheit besichtigt werden kann ist Sigriður Tómasdóttir zu verdanken. In den 1920er Jahren plante ein englisches Unternehmen am Wasserfall ein Kraftwerk zu bauen. Sigriður kämpfte so lange juristisch gegen den Bau des Kraftwerks, bis der öffentliche Druck zu groß wurde und der isländische Staat den Pachtvertrag kündigte. Ich bin sehr froh, das etwas so wunderschönes heute noch zu bewundern ist.

Von dem Felsplateau erfasst man die Wucht des Wasserfalls am besten.
Von dem Felsplateau erfasst man die Wucht des Wasserfalls am besten.

þingvellir Nationalpark

Im þingvellir Nationalpark treffen Geologie und jahrtausendealte Geschichte aufeinander. Der Park befindet sich Grabenbruchzone der nordamerikanischen und der eurasischen Erdplatte. Island ist das einzige Land in dem dieser Graben über dem Meeresspiegel verläuft und nirgendwo ist er besser zu sehen als hier. Als die Erdplatten auseinander drifteten, stieg Magma auf und führte vor Millionen Jahren zur Entstehung Islands. Regelmäßige Erdbeben vergrößern den Abstand der Platten jedes Jahr um 2,5 cm. 

Aber þingvellir ist auch ein geschichtlich historischer Ort. 930 n. Chr. wurde hier das demokratische Parlament gegründet, damit war es eins der ersten der Welt. Um das Jahr 1000 n.Chr. wurde hier friedlich das Christentum eingeführt man einigte sich auf einen einzigartigen Kompromiss: Das Christentum wurde zur offiziellen, die Heiden durften Ihre Götter weiterhin im Privaten verehren.

Nach diesem abwechslungsreichen Tag mit seinen so unterschiedlichen Eindrücken war es an der Zeit zum Schiff zurück zu kehren und Reykjavik zu verlassen. Wir hatten zwei wunderschöne Tage in der Hauptstadt und kommen bestimmt wieder. Selten habe ich eine Stadt so wehmütig verlassen.

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