Budapest

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Budapest ist nicht nur die Hauptstadt Ungarns, sondern mit knapp zwei Millionen Einwohnern leben hier auch 17% der Gesamtbevölkerung Ungarns. Budapest liegt im Herzen des Karpartenbeckens rechts und links der Donau. Westlich der Donau liegt Buda mit seinen Bergen, von denen die höchste Erhebung, der János Berg mit 524 Metern ist. Auf der anderen Donauseite liegt das flache Pest. Ungarn ist zwar Mitglied der EU, allerdings nicht in der Währungsunion. Zahlungsmittel sind Forint, Ihr könnt aber überall mit der Kreditkarte zahlen und auch der Euro wird teilweise akzeptiert.

Géllertberg

Von dem Liegeplatz unseren Schiffes war er auf der anderen Donauseite schon gut zu erkennen - der Géllertberg mit der weithin sichtbaren Freiheitsstatue. Seinen Namen verdankt der Berg dem Märtyrer Bischof Géllert, der von diesem 235 Meter hohen Berg zu Tode gestürzt wurde. 

Die Felsenkirche

Am Fuß des Géllertberg befindet sich die Felsenkirche. Eigentlich müsste sie Höhlenkirche heißen, liegt sie doch tief im Felsen. Das Hauptschiff der Kirche wurde 1930 hergestellt. Im zweiten Weltkrieg versteckten die Mönche hier häufig Flüchtlinge. 1951 wurde die Kirche verwüstet, die Mönche vertrieben und die Höhle zugemauert. 1990 wurde sie feierlich wieder eröffnet. Heute ist die Kirche wieder Eigentum des Paulinerordens, die auch ihre Zellen in der Kirche haben.

Öffnungszeiten: Mo-Fr 09:30-17:00 und 18:00-19:30 Uhr

                              Sa 09:30-19:30 Uhr

Der Aufstieg auf den 235 Meter hohen Géllertberg ist recht gut zu bewältigen, gibt es doch unterwegs immer wieder Aussichtsplattformen, die eine fantastische Aussicht auf Budapest bieten. Für den Aufstieg solltet Ihr 20 bis 30 Minuten einplanen. 

Die Freiheitsstatue

Die Freiheitsstatue wurde 1947 von den Sowjets zu Ehren der Soldaten der roten Armee errichtet, die Ungarn von der Naziherrschaft befreit hatten. Gleichzeitig sollte sie eine Erinnerung an den Sieg des Kommunismus über den Faschismus sein. Der ursprünglich an der Statue befestigte Sowjet Stern wurde Anfang der neunziger Jahre mit der Auflösung der Sowjetunion wieder entfernt.

Die Zitadelle

Bild Quelle: budapest.com
Bild Quelle: budapest.com

Direkt hinter der Freiheitsstatue liegt die imposante Zitadelle Budapests. Sie ist 220 Meter lang, 60 Meter breit und hat über vier Meter hohe Wände. Die Festung entstand nicht wie man meinen könnte zum Schutz der Stadt, sondern sollte das ungarische Volk nach den Freiheitskämpfen 1848/49 an Ihre Unterlegenheit erinnern. Leider wird an der der Freiheitsstatue und der Zitadelle derzeit gebaut, so das wir uns nicht weiter umschauen konnten. Wir haben den Géllertberg in Richtung Burgviertel verlassen und kamen an einer Naturquelle vorbei, die als Wasserfall aus dem  Géllertberg entspringt.

Das Burgviertel

Bei einem Besuch Budapests darf das Burgviertel nicht fehlen. Es erhebt sich auf dem 170 Meter hohen Hügel im Stadtteil Buda direkt am Donauufer über die Stadt. Da es einst der Sitz der ungarischen Könige war, findet Ihr hier prachtvolle Bauten und Häuser. Die meisten Besucher nutzen wahrscheinlich die Zahnradbahn um zum Burgviertel zu gelangen. Bei unserem Besuch wurde diese repariert, so das wir uns einen anderen Weg suchen mussten. Am Burggarten Basar, einer wunderschönen Anlage die im Renaissance Stil erbaut wurde, liegt der Zugang zum Burgberg. Ihr geht ein kleines Stück durch eine schöne Gartenanlage, bevor es hinauf zum Burgviertel geht. Was von weitem wie ein steiler Kreuzgang mit vielen Treppen aussieht, birgt eine große Überraschung.

Hier befinden sich nicht unzählige steile Stufen, sondern eine moderne Rolltreppe, die die Besucher ganz bequem bis zum Fahrstuhl transportiert, mit dem man schließlich den Burgberg erreicht. 

Der Burgpalast

Oben angekommen sieht man auch direkt den beeindruckenden Burgpalast. Die größte Burg Ungarns ist 400 Meter lang und 200 Meter breit. Der Bau begann bereits im 13. Jahrhundert und alle folgenden Herrscher hinterließen ihre Ideen am Gebäude. Im zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde die Burg aufwändig restauriert und erstrahlt fast komplett wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit.

Die Fischerbastei

Die Fischerbastei ist eine der Top Sehenswürdigkeiten Budapests. Mit ihren vielen Türmen und Treppen und Teilen der alten Stadtmauer erinnert sie an eine mittelalterliche Burg. Von ihr aus hat man den wahrscheinlich schönsten Blick auf die Donau und den dahinter liegenden Stadtteil Pest mit dem beeindruckenden Parlamentsgebäude. 

Die Fischerbastei wurde zwischen 1895 und 1902 für die Fischergilde dort erbaut, wo sich vorher der Fischmarkt befunden hat. Die Fischergilde hatte im Mittelalter die Aufgabe, diesen Teil der Stadtmauer vor Feinden zu verteidigen. Die wie ein Märchenschloss anmutende Fischerbastei hat sieben Türme. Diese sollen an die Zelte der Magyaren erinnern und stehen für die sieben Stämme, die in der pannonischen Tiefebene lebten.

Die Matthiaskirche

Ein weiteres Highlight auf dem Burgberg ist die Matthiaskirche. Sie ist die berühmteste und zugleich schönste Kirche Budapests. Hier wurden 1867 Franz Joseph und Sissi gekrönt.  Die Matthiaskirche war die erste Kirche auf dem Schlossberg. Auffällig an der Matthiaskirche ist ihr mit farbenprächtigen Kacheln verziertes Dach. Im Inneren der Kirche beeindrucken die Buntglasfenster, zahlreiche Stuckverzierungen und wunderschöne Fresken die Besucher. Eine weitere Besonderheit sind die zwei unterschiedlichen Türme der Kirche. Der kleinere Béla Turm ist kaum höher als die Kirche. Benannt ist er nach dem ungarischen König, der während der Bauzeit der Kirche regierte. 

Der Matthias Turm ist benannt nach König Matthias Corvinus, der diesen Turm bauen ließ. Er ist 80 Meter hoch und das Wappen des Königs ziert die Ostseite des Turmes.

Wir haben uns noch ein wenig auf dem Schlossberg umgesehen, bevor wir ihn zu Fuß wieder verlassen haben und über die Donau in Richtung Pest gelaufen sind. 

Street Food Karaván

Für alle, die das beste Streetfood in Budapest genießen wollen, ist das Karaván die richtige Adresse. Mitten im Partyviertel gelegen findet der Besucher hier alles, was das kulinarische Herz begehrt. Von typisch ungarischen bis hin zu vegetarischen Gerichten wird in einem Innenhof alles angeboten. Wir haben uns für ungarischen Gulasch im Brot entschieden und wurden nicht enttäuscht. Das war das beste Gulasch, das wir je gegessen haben. 

Die Markthalle

Die große Markthalle wird auf ungarischen Webseiten als eine der 10 europäischen Markthallen bezeichnet. Das kann ich nicht nachvollziehen, mir fallen auf Anhieb mehr als 10 schönere ein. Die Markthalle wurde 1897 fertiggestellt und präsentiert seitdem im Erdgeschoß Lebensmittel, in der ersten Etage vor allem Souvenirs und Haushaltwaren. Darüber hinaus befinden sich hier auch einige kleine Restaurants mit landestypischen Gerichten. Irgendwie hatten wir das Gefühl, das gerade im ersten Stock ein Marktstand wie der andere war, noch nie habe ich soviel Kitsch auf einem Haufen gesehen. Und auch bei den Lebensmitteln waren alle Stände irgendwie gleich. Wir hatten mehr erwartet und waren ein wenig enttäuscht.

Die Ruinenbars

Wieder zurück im jüdischen Viertel wollten wir uns die Ruinenbars nicht entgehen lassen. Diese Bars befinden sich zum größten Teil nicht in Ruinen, meist sind die Gebäude gut erhalten. Allerdings stammt die Einrichtung der Bars wahrscheinlich vom Sperrmüll. Die bekannteste Ruinenbar ist die Szimpla Kert. Sie wurde 2002 in einem ehemaligen Fabrik und Appartementhaus eröffnet. In dem ganzen Komplex laden auf drei  Etagen neun Bars zu gemütlichen Abenden ein. Auch wir waren fasziniert von der ungewöhnlichen Umgebung und haben uns auf ein Bier niedergelassen.

Ausflug in die Puszta

Nachmittags ging es für uns noch auf ein Gestüt außerhalb Budapests. Knappe 80km von Budapest entfernt, liegt das Gestüt inmitten der ungarischen Puszta. Hier finden im Sommer regelmäßig traditionelle ungarische Pferdevorführungen statt und neben der Pferdezucht gibt es auch ein Restaurant. Wir wurden mit Schnaps und frisch gebackenem Pogatscha (ungarisches Salzgebäck) empfangen, bevor es mit der Kutsche einmal über das Gestütsgelände ging. Nach der Pferdevorführung hatten wir kurz Zeit, uns in den Stallungen umzusehen. Zum Abschluss gab es noch einen Snack mit ungarischen Spezialitäten und Wein. Für Pferdeliebhaber ist der Ausflug mit Sicherheit ein Muss, ansonsten hat er aber auch zum Teil den Charme einer Butterfahrt. Trotzdem hat uns der Nachmittag auf dem Gestüt gut gefallen. 

abendliche Ausfahrt

Auf keinen Fall verpassen solltet Ihr die Ausfahrt aus Budapest. Alle Gebäude sind wunderschön beleuchtet und vom Sonnendeck aus habt ihr die beste Aussicht auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Da es recht kühl war, gab es noch Glühwein dazu. Wir waren froh den Ausflug nächtliche Lichterfahrt nicht gebucht zu haben, wir hatten dieses Erlebnis gratis. Wer trotzdem eine ca. 1 stündige Panoramafahrt machen möchte, findet in örtlichen Anbietern eine gute und preiswertere Alternative. Zu den Angeboten geht es hier

Budapest hat uns wirklich gut gefallen, wir werden gerne wiederkommen. Allerdings kann man die Stadt an einem Tag nicht erfassen, wir hatten das Glück gleich zweimal in Budapest angelegt zu haben. Somit konnten wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Ruhe anschauen. 

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