Åndalsnes 30.06.15

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Åndalsnes 30.06.15

Åndalsnes mit seinen 2200 Einwohnern liegt am Ende des Isfjords, der vom Romsdalsfjord abgeht. Schon die Fahrt durch den Romsdalsfjord ist wunderschön, Ihr solltet sie unbedingt genießen. Åndalsnes ist umgeben von hohen Bergen. Die Region Romsdal lockt im Sommer Wanderer und Kletterer an, im Winter ist sie ein beliebtes Skigebiet. Angler aus aller Welt finden im Fluss Rauma, der hier in den Fjord fließt viele Lachse. Die Trollwand, die mit 1700 Metern die höchste Steilwand in Europa ist und der Trollstiegen, eine Bergstraße mit atemberaubenden Serpentinen sind bekannte Sehenswürdigkeiten in der Nähe.

Ausführliche Informationen zum Hafen, zu örtlichen Anbietern, öffentlichen Verkehrsmitteln und Ausflügen auf eigene Faust in Andalsnes habe ich hier hinterlegt.

Der Mythos Troll

Bevor ich zu den Sehenswürdigkeiten um Andalsnes komme, ist es vielleicht jetzt an der Zeit sich mit einem Wesen zu beschäftigen, an dem man in Norwegen nicht vorbei kommt, dem Troll. Ihnen begegnet man wirklich überall, vor Restaurants, Geschäften, Aussichtspunkten und in den Regalen von Souvenirläden. Ein Troll ist ein Kobold und ein Fabelwesen der nordischen Mythologie. Man findet sie in ganz Skandinavien und als es uns Menschen noch nicht gab,  herrschten die Trolle zusammen mit den Elfen und Zwergen. Eigentlich sind sie gutmütige Wesen, wer sie aber ärgert wird es bereuen, sie werden schnell zornig und neigen dann auch zu Gewalt. Trolle leben hauptsächlich in Wäldern und Gebirgen, werden sehr alt und sind sehr unterschiedlich. Manche sind riesengroß, andere wiederum zwergenhaft. 

Trolle sind scheu und nachtaktiv, daher sehen wir sie eher selten. Die beindruckende Bergwelt Skandinaviens geht auf jene Trolle zurück, die bei Sonnenaufgang nicht rechtzeitig in ihre Höhle fanden und zu Stein wurden. Es gibt verschiedene Arten von Trollen:

Der Dovregubben ist der mächtigste aller Trolle.

Der Nøck lebt in Seen und Teichen und zieht gern Angler hinab in sein Reich.

Der Sjøtroll lebt im Salzwasser und meint es nicht immer gut mit den Fischern. Er kann Stürme heraufbeschwören und zerschlägt Schiffe und Boote.

Die Nisser helfen im Haus und auf dem Hof, wenn man Ihnen kleine Gaben zukommen lässt.

Der Skogtroll ist ein einäugiger Waldtroll, der Bäume ausreißt und damit Menschen erschlägt, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in den Wald wagen. Es gibt aber auch ganz kleine Waldtrolle, die Wanderern gern ein Bein stellen.

Der Fossetroll lebt hinter Wasserfällen.

Und dann gibt es noch die Huldras. Sie sind blonde, liebliche weibliche Trolle, die allerdings einen Ringelschwanz und einen dicken Hintern haben. Sie locken Männer in den Wald, von denen keiner je zurückkam.

Solltet ihr jemals einem Troll begegnen, seid nett zu ihm, dann wird er Euch genauso schützen wie er das mit seinem Wald macht. Für den Fall das ihr auf einen bösen Troll trefft, habt immer eine Taschenlampe dabei, um ihn in Stein verwandeln zu können.

Die Trollwand

Die Trollwand (Trollveggen) ist die höchste Steilwand  Europas. Sie gehört zum Bergmassiv Trolltindene in der Kommune Rauma. 1700 Meter ragt die Trollwand in die Höhe, der senkrechte Teil der Wand ist 1000 Meter hoch und ragt 50 Meter über. In der Wand gibt es mehrere Kletterrouten, die Trollryggen Route ist die längste Kletterroute Europas. Sie wurde 1958 von Arne Randers Heen und Ralph Høibakk durchstiegen. Sie ist mit 3.5 km die längste Strecke Europas und die erste Strecke Norwegens, die eine Übernachtung in der Wand erforderlich machte. Die Trollwand selber galt viele Jahre als unbezwingbar. 1965 starteten ein norwegisches und ein englisches Team den Versuch die Wand zu durchsteigen. Sie brauchten 14 Tage, die Norweger waren einen Tag früher am Ziel.

1980 sprang der FinneJorma Öster als erster Basejumper von der Trollwand in die Tiefe. Das lud viele weitere Basejumper ein, ihm zu folgen. Das es aber in der Folge mehrere Todesopfer und gefährliche Rettungseinsätze gab, sind Sprünge aus der Wand seit 1986 verboten.

Der Trollstigen

Der Trollstigen ist die meistbefahrene Panoramastraße Norwegens. In 11 Haarnadelkurven schlängelt sich der Trollstigen vom Tal Isterdalen zur Passhöhe Stigøra hinauf. Er verbindet die Stadt Åndalsnes mit der Ortschaft Valldal. Die Straße ist nur im Sommer geöffnet, im Winter wird sie aus Sicherheitsgründen gesperrt. Oben auf der Passhöhe befindet sich ein Besucherzentrum mit großem Parkplatz. Von hier aus geht man einen kurzen Weg zu einer Aussichtsplattform, die direkt über dem Stigfossen Wasserfall liegt und einen wunderschönen Ausblick auf die Straße und das Tal bietet.

Gudbrandsjuvet

Auf unserem Weg nach Valldal legten wir noch einen Stopp bei der Schlucht  Gudbrandsjuvet ein. Der Fluss Valldøla hat diese fünf Meter breite und 20-25 Meter tiefe Schlucht in tausenden von Jahren aus dem Fels gegraben. Im Laufe der Zeit sind hier bizarre Felsformationen entstanden. Mittlerweile ist die Schlucht ein beliebtes Touristenziel. Aus diesem Grunde wurden entlang des Flusses Plattformen und Wege aus Glas gebaut, die einen spektakulären Blick auf die traumhafte Natur bieten. Auch für diese schöne Sehenswürdigkeit gibt es eine Sage. Nach dieser hat im 16. Jahrhundert ein Mann namens Gudbrand eine Braut geraubt und wollte sich mit ihr aus dem Staub machen. Er konnte sich vor seinen Verfolgern mit einem beherzten Sprung über die schmalste Stelle der schlucht retten. Man erklärte ihn für vogelfrei und er lebte bis an sein Lebensende in einer Steinhütte in einem Seitental oberhalb der Schlucht. Es wird auch heute noch Gudbrandstal genannt. Die Sage verrät nicht, ob Gudbrand bei seinem Sprung über die Schlucht die geraubte Braut mitnehmen konnte.

Valldal

Das Tal Valldal ist das nördlichste kommerzielle Obstanbaugebiet Europas. Hier wachsen Himbeeren, Morellen und an den sonnigen Hängen von Linge sogar Aprikosen und Weintrauben. Berühmt ist Valldal allerdings wegen ganz anderen Früchten: den Erdbeeren. Auf den 40 km vom Trollstiegen bis zum Norddalsfjord reiht sich ein Erdbeerfeld an das andere. Warum diese Erdbeeren so schmackhaft sind, ist schnell erklärt. Hier werden unter anderem besonders schmackhafte Sorten angebaut, die bei uns kaum verbreitet sind. Außerdem bekommen die Erdbeeren durch die langen Tage viel Sonne und reifen sehr lang. Die gute Luft in Valldal trägt darüber hinaus zum guten Geschmack bei. 

Sylte

Unser letzter Stopp war in dem kleinen Dorf Sylte am Norddalsfjord. Hier hatten wir eine Pause mit Mittagessen. Nach dem Essen haben wir die restliche Zeit genutzt, um die Aussicht in den Fjord zu genießen und uns ein wenig umzuschauen. Das idyllische Örtchen Sylte hat 400 Einwohner, durch die Lage direkt am Fjord ist Sylte aber ein beliebtes Ziel von Touristen. Kleine Hütten mit Blick auf den Fjord laden zu einer Übernachtung ein. Nun war es an der Zeit zum Hafen zurück zu fahren. Unsere letzte Station Bergen erwartete uns.

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