St. Petersburg

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St. Petersburg 21./22.07.16

St. Petersburg gilt seit je her als das Tor zum Westen. Die Stadt liegt nördlich des 60. Breitengrades und ist damit mit ihren 5 Millionen Einwohnern die nördlichste Millionenstadt der Welt. Aufgrund der Lage St. Petersburg kann man hier jedes Jahr ein einzigartiges Naturschauspiel erleben: die berühmten weißen Nächte. Zwischen Mai und Anfang Juli geht die Sonne hier nie ganz unter. In diesen Nächten ist das Hochziehen der Brücken über die Newa ein großes Spektakel. Zwischen halb zwei und fünf Uhr morgens öffnen sich die Brücken, um Frachter und große Schiffe hindurch zu lassen. An den Ufern der Newa wird gefeiert, getanzt und getrunken. 

 

In St. Petersburg hatten wir eine Overnight und die braucht man auch, hat die  Stadt doch sehr viel zu bieten. Wir hatten zwei Ausflüge über die Reederei gebucht. Es war uns zu aufwendig das Visum zu beantragen. Auch örtliche Anbieter haben Ausflüge im Programm, in denen das Visum schon enthalten ist.

Da auch die Passkontrollen sehr zeitintensiv sind, würden wir in St. Petersburg immer eine geführte Tour buchen, um keine Zeitprobleme zu bekommen.

Katharinenpalast

 

Der Katharinenpalast liegt 25 km südlich von St. Petersburg. Der Palast mit seinen fantastischen Parkanlagen ist unumstritten das Highlight der ehemaligen Zarenresidenz Puschkin. 1717 begann der lange Bau des heutigen Katharinenpalastes. Lebte Katharina I. anfangs noch in einem hölzernen Herrenhaus, ließ sie 1717 ein zweigeschossiges Schlösschen mit 16 Zimmern errichten. 1741 machte ihre Tochter Elisabeth I. das kleine Schloss zu ihrer Sommerresidenz und ließ es zu einem Palast umbauen.

Unter Katharina II. der Großen gingen die Umgestaltungsarbeiten weiter. Das Schloss wurde vergrößert und  die Gärten überarbeitet.

Von Kaiser Paul I. ihrem Sohn wurde vieles an dem Schloss zerstört oder entfernt, da er seine Mutter sehr hasste und die Residenz im wahrsten Sinne des Wortes auseinandernahm.

Kaiser Alexander I. und sein Nachfolger Kaiser Nikolaus I. bauten den Palast zu seiner heutigen Größe aus.

Bernsteinzimmer

Bild Quelle: Wikipedia
Bild Quelle: Wikipedia

Heute sind der Katharinenpalast und die weitläufigen Parkanlagen ein beliebtes Ausflugsziel bei Touristen. Lange Schlangen vor dem Gebäude sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Wohl dem, der eine geführte Tour gebucht hat, da geht es dann doch deutlich schneller. Das Highlight des Palastes ist sicherlich das Bernsteinzimmer, das trotz der unzähligen wunderschönen Sälen im Gebäude das prachtvollste ist. Das Zimmer ist über 100qm groß und über und über mit Bernstein verziert. Im 2. Weltkrieg wurde der komplette Wandschmuck verschleppt und ist bis heute verschwunden. In mühevoller Kleinarbeit haben Restaurateure das Puzzle aus 500.000 Bernsteinteilen originalgetreu wieder zusammengesetzt. Leider ist das fotografieren im Bernsteinzimmer verboten und man muss relativ zügig durch das Zimmer gehen, damit alle Besucher diesen Anblick genießen können.

Der große Saal

 

Fast ebenso beeindruckend ist der 800qm "Große Saal". Er ist über und über mit Gold verziert. Das Deckengemälde "Russlands Triumph" verstärkt die Größe des Raumes durchaus noch. Hier stockt einem durchaus mal kurz der Atem vor dieser Pracht.

Der Katharinenpalast war ein toller Auftakt zu unserer Entdeckungstour durch St. Petersburg. Ich fand den Palast sehr beeindruckend, solchen Pomp ist man bei uns in Deutschland nicht gewohnt.

Schloss Peterhof

 

Peterhof liegt 30km westlich von St. Petersburg am südlichen Ufer des finnischen Meerbusens. Er ist der berühmteste und wohl auch schönste Vorort der Stadt. Ein Besuch der Zarenresidenz ist bei einem Aufenthalt in St. Petersburg ein absolutes Muss. Schloss Peterhof wird auch gern als das Versailles Russlands bezeichnet und entstand im Jahre 1704.

Im Zuge der Gründung St. Petersburgs hatte Peter der Große in Peterhof ein kleines Häuschen errichten lassen, das ihm als Unterkunft bei seinen Reisen von der Festung Peter und Paul nach Kronstadt diente. 

Nach seinem Sieg über die Schweden beschloss er, als Ausdruck seines Triumphes an dieser Stelle sein Versailles zu errichten. 1714 begannen die Bauarbeiten und 1723 konnte das Schloss eingeweiht werden. In den folgenden Jahrhunderten wurde Schloss Peterhof immer weiter verschönert und erweitert und ist heute der größte Touristenmagnet in St. Petersburg

Die Blutkirche

 

Die Blutkirche liegt im Stadtzentrum St. Petersburgs in einer Nebenstraße des Newski Prospekts, der Hauptstraße von St. Petersburg. Erbaut wurde sie zwischen 1883 und 1907 genau an dem Platz, an dem im März 1881 Zar Alexander II. einem Attentat zum Opfer fiel. Bereits im Vorfeld gab es 5 Versuche, den Zar zu töten, erst der 6. war erfolgreich. Die Blutkirche wurde als Denkmal für den Zaren gebaut und kostete 4,6 Millionen Rubel, die aus ganz Russland als Spenden eingingen.

1907 wurde die Kirche geweiht und im Jahr 1917 wieder geschlossen. Nach der Oktoberrevolution wurde sie als Gemüselager genutzt. Im 2. Weltkrieg war sie ein Leichenschauhaus und danach wieder ein Lager. 1970 begannen die Renovierungsarbeiten und seit 1997 ist sie wieder für Besucher geöffnet. Seit 2004 finden hier auch wieder Gottesdienste statt. Von innen ist die Kirche über und über mit Mosaiken bedeckt, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Eine wirklich wunderschöne Kirche, die auf jeden Fall zu einem Besuch St. Petersburgs dazu gehört.

Damit war der erste Tag in St Petersburg auch schon vorbei und es ging zurück zum Schiff, wo es für uns gleich zum Essen ging, da wir sehr lang unterwegs gewesen sind. Auch am folgenden Tag hatten wir ein volles Programm, es ging gleich um 7 Uhr morgens wieder los, ein Besuch in St. Petersburg ist nichts für Langschläfer, zu viel gibt es hier viel zu verpassen.

 

Der nächste Tag begann für uns mit einer Fahrt auf der Newa, bei leider nicht sehr schönem Wetter. Aber trotz des Nieselregens blieben wir tapfer auf dem Bootsdeck, um einen ungestörten Blick auf die Stadt vom Wasser aus zu haben. Es ist immer wieder faszinierend eine Stadt vom Wasser aus zu entdecken. Nach ca. anderthalb Stunden war die Fahrt vor bei und es ging mit dem Bus zur Eremitage.

Eremitage

 

Die Eremitage ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten St. Petersburgs und zählt zu den größten Attraktionen des Landes. Sie ist eins der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt mit 65.000 Ausstellungstücken, die sich auf 365 Säle verteilen. Aber sie ist auch ein wunderschöner Architekturkomplex und von außen sehr beeindruckend. Uns war es hier zu voll. Wir wollten eigentlich noch in die Ausstellungsräume der Modernen Kunst, haben die Räumlichkeiten in dem großen Gesamtkomplex der Eremitage nicht gefunden. Also haben wir einfach am Treffpunkt auf unsere Gruppe gewartet.

Peter und Paul Festung

 

Ein weiteres Highlight das man nicht verpassen sollte, ist die Festung Peter und Paul. Hierbei handelt es sich um eine historische Zitadelle, bzw. Festung, mit vielen Enklaven und Gebäuden. Hier kann man sich je nach Interessen zwei bis drei Stunden oder aber gar den ganzen Tag aufhalten, es gibt viel zu sehen. Unsere Zeit war begrenzt und wir haben nur die Peter und Paul Kathedrale besichtigt. Der Bau der Festung begann im Jahre 1703, zehntausende Leibeigene die in Hütten hausten errichteten Erdwälle, die später durch Steinmauern ersetzt wurden. Bei dem Bau der Festung starben über 100.000 Menschen an Entkräftung, Fieber oder Seuchen.

Die Festung kam nie militärisch zum Einsatz, direkt nach der Fertigstellung im Jahr1872 wurde sie als Gefängnis genutzt.

Heute kommen die St. Petersburger zum Sonnenbaden an den Sandstrand vor den Festungsmauern, hier hat man einen tollen Blick auf das Palastufer auf der anderen Seite der Newa.

Peter und Paul Kathedrale

 

Die Peter und Paul Kathedrale ist die älteste Kathedrale der Stadt und wurde 1733 nach 21 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Ihre goldene Kuppel gehört zu den Wahrzeichen St. Petersburgs, die Kathedrale gehörte lange Zeit zu höchsten Gebäuden der Stadt und Russlands.

Ihr Inneres ist mit seinen Marmorsäulen, Deckenverzierungen, Kristalleuchtern und vergoldeten Ikonen wirklich sehr beeindruckend.

Hier sind die Romanow Zaren von Peter dem Großen bis hin zu Nikolaus II. begraben. 

Mit dem Besuch der Peter und Paul Festung endete unser Besuch in St. Petersburg. Es gab viel zu sehen und zu bestaunen, wir werden sicher noch einmal wieder kommen, es gibt bestimmt noch viel mehr zu entdecken.

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