Altmühltal und Donau Durchbruch

Das Altmühltal

In Zeiten, in denen Kreuzfahrten gar nicht oder nur mit großen Einschränkungen möglich sind, liegt es nah, sich auch mal in der eigenen Heimat um zu sehen. Und in Bayern kann man das auch sehr gut mit dem Schiff machen. Nachdem wir schon in Passau und Regensburg schöne Schifffahrten gemacht haben, hat es uns diesmal nach Kelheim geführt, von hier aus gibt es zwei Ausflüge: 

  • Beeindruckendes Altmühltal zwischen Kelheim und Riedenburg
  • Majestätischer Donau-Durchbruch zwischen Kelheim und Kloster Weltenburg

 

Auf dem Main Donau Kanal geht es von Kelheim aus durch das schöne Altmühltal nach Riedenburg. Vom Schiff aus kann man diese Fahrt sehr gut geniessen, das Altmühltal kann aber auch sehr gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkundet werden. Wir haben uns für die eineinhalb stündige Schiffstour entschieden und haben gleich das erste Schiff um 11:00 Uhr genommen. Auf dem Weg nach Riedenburg gibt es 2 Haltestellen, an denen man das Schiff verlassen und mit einem späteren Schiff die Fahrt fortsetzen kann, wir wollten aber einfach nur nach Riedenburg und zurück und die Fahrt geniessen.

Der Main Donau Kanal

Der Kanal hat vom Main bei Bamberg bis bis zur Donau bei Kelheim eine Gesamtlänge von 171 Kilometern mit 13 Kanal- und 3 Staustufen. Kurz nach der Abfahrt in Kelheim erreicht das Schiff die Schleuse Dietfurt in der das Schiff 17 Meter angehoben wird. Das Schleusen geht erstaunlich schnell, nach wenigen Minuten setzen wir die Fahrt fort und fahren an den Resten der alten Schleuse 14 vorbei, an der die unterschiedlichen Ausmaße der beiden Schleusen sichtbar sind. Die alte Schleusenkammer war 39 Meter lang und 4,5 Meter breit, die Schleuse Dietfurt ist 190 Meter lang und 12 Meter breit.

Burg Prunn

Burg Prunn ist einer der besterhaltenen Ritterburgen Bayerns, sie thront auf einem 70 Meter hohen Felsen und ist bekannt für den Fund einer Handschrift des Nibelungenliedes.Urkundlich erwähnt wird Burg Prunn erstmalig 1037, später erlebte sie im Besitz der Frauenberger von Haag ihre Blütezeit, wie Fragmente von Fresken in der Wachstube belegen.König Ludwig I von Bayern setzte sich 1827 füed en Erhalt der Burg als historisches Denkmal ein und bewahrte sie vor dem drohenden Verfall. Seit 2010 erstrahlt sie in neuem Glanz, sie wurde für 3 Millionen Euro umfassend saniert. Heute ist sie ein beliebtes Ziel im Altmühltal, der Eintritt kostet 6€ für Erwachsene, Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr haben freien Eintritt.

 

Holzbrücke Essing

Die Holzbrücke Essing ist eine der längsten Holzbrücken Europas, sie überspannt den Main Donau Kanal und bietet Radfahrern und Fußgängern die Möglichkeit den Kanal zu überqueren. Sie wurde im Zuge der Kanalbauarbeiten 1986 errichtet, als der damals bestehende Übergang zur südlichen Talseite unterbrochen wurde. Sie war mit 189,91 Metern die längste Holzbrücke Europas, bevor sie 2006 vom Drachenschwanz in Ronneburg abgelöst wurde.

Riedenburg

Die meisten Gäste nutzen den Halt in Riedenburg, um sich die Stadt anzuschauen und mit einem späteren Schiff zurück nach Kelheim zu fahren. Viele Radfahrer nutzen die Schiffe auch um von Kelheim nach Riedenburg zu kommen und dann mit dem Rad nach Kelheim zurückzufahren oder umgekehrt mit dem Rad nach Riedenburg zu fahren und mit dem Schiff zurück nach Kelheim. Das Altmühltal ist eine ideale Umgebung für Radtouren, es geht immer am Main Donau Kanal entlang, und es gibt keine nennenswerte Steigungen. 

Wir wollte aber nur Schiff fahren und sind auf dem schiff geblieben, um direkt wieder nach Kelheim zu fahren.

Wenn man nicht aussteigt, hat man ca. 4 Stunden Schiffsfeeling pur.

Der Donaudurchbruch

Zwischen Kelheim und dem Kloster Weltenburg hat die Donau dieses Naturschauspiel geschaffen. Der Donaudurchbruch ist zugleich die tiefste und engste Stelle der bayrischen Donau, bis zu 80 Meter ragen die Felsformationen aus dem Wasser. Die Weltenburger Enge ist 5,5 km lang und 400 m breit. Die Fahrt geht an den Donauanlegern los, ein großer Parkplatz ist vorhanden. Vom Parkplatz aus geht es links an den Schiffen vorbei zum Kassenhäuschen, die Fahrt kostet 12,50€ pro Person hin und zurück.

Die Befreiungshalle

Die Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 - 1815 wurde von König Ludwig I in Auftrag gegeben und 1863 fertig gestellt. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt Kelheim und wurde auf dem Michelsberg errichtet. 

125 Stufen führen bis zur inneren Empore, weitere 40 Stufen führen zur Aussichtsterrasse, von der man mit einer tollen Aussicht auf die Stadt, das Altmühltal und das Naturschutzgebiet "Weltenburger Enge" belohnt wird.

 

Klösterl

Nach ca. 2 km passiert das Schiff die Einsidelei Klösterl, hier ließ sich 1454 der Eremit Antonius nieder und baute eine kleine Kapelle und eine einfache Klause. Bald darauf gesellten sich drei Franziskaner Mönche zu ihm und erhielten von Herzog Albrecht III und von Ludwig dem Reichen durch Vermächtnisse die Möglichkeit, ein größeres Gebäude und die Höhlenkapelle zu errichten. So entstand nach und nach das heutige Klösterl, das mittlerweile in Privatbesitz ist und als offenes Denkmal genutzt wird.

Die lange Wand

In der langen Wand sieht man viele in die Wand eingelassene Ringe, mit deren Hilfe haben sich die die Seeleute mit ihren Schiffen flussaufwärts gezogen, da der Treidelpfad direkt vor dem Felsen endete. Das war harte Arbeit, da die Fließgeschwindigkeit der Donau an dieser Stelle mit 2,5 Metern pro Sekunde beträgt. Die Donau ist an dieser Stelle nur noch 40 Meter breit und bis zu 21 Meter tief. Wahrscheinlich steht auch deswegen eine Statue des heiligen Nepomuks an dieser Stelle, sein Schutz war mit Sicherheit an dieser gefährlichen Stelle öfter von Nöten.

Kloster Weltenburg

Nach ca.45 Minuten Fahrt erreichen wir das Kloster Weltenburg. Bereits im 7. Jahrhundert haben sich im Donaubogen Benediktiner ein Kloster errichtet. Im 12. Jahrhundert war das Kloster vorübergehend Chorherrenstift der Augustiner, bevor es wieder in den Besitz der Benediktiner überging.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurden unter Prior Maurus Bächl die alten Gebäude abgerissen und herrliche Gebäude in barockem Stil entstanden. 

Seit 1050 wir im Kloster Weltenburg Bier gebraut, damit ist es die älteste Klosterbräuerei der Welt. Das selbst gebraute Bier kann im Biergarten und in den Wirtsräumen zusammen mit traditioneller bayrischer Küche genossen werden. 

Auch wir haben das natürlich gemacht, hatten aber an einem Sonntag das Problem, das Kloster Weltenburg sehr überlaufen ist. Wir waren relativ früh dort, so das die Schlange der Wartenden noch recht überschaubar war und wir relativ schnell einen Tisch bekommen haben. Als wir wieder zum Schiff gingen, sah das schon anders aus.

Das Bier ist sehr lecker, das Essen war gut, der Service außerordentlich freundlich,  unser zuständiger Kellner war etwas überfordert, glich das aber durch seine wirklich sehr zuvorkommende Art sehr gut aus. 

Nach dem Essen ging es zurück nach Kelheim, aufgrund der starken Strömung dauert die Rückfahrt nur gut 20 Minuten, die Hinfahrt fast 45 Minuten. Wir haben beide Schifffahrten einzeln an zwei verschiedenen Tagen gemacht, die beiden lassen sich aber auch kombinieren, so das ein schöner Tagesausflug daraus wird. Das nächste Mal werden wir entweder mit den Rädern herkommen, oder einfach ein Stück wandern. Egal wie man den Donau Durchbruch und das Altmühltal erlebt, es lohnt sich auf jeden Fall.