Riga 19.07.2016

Riga 19.07.2016

Die Hauptstadt Lettlands wollten wir auf eigene Faust erkunden. Dies geht auch wirklich gut, man geht einfach am Wasser entlang, bis man nach ca. 1km links in die Altstadt abbiegt. Riga hat wirklich viel zu bieten, die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind das Schwarzhäupter Haus, die 3 Brüder, der Dom, das Jugendstilviertel. Diese und andere Sehenswürdigkeiten möchte ich Euch in diesem Bericht vorstellen, alle sind bequem fußläufig zu erreichen.

Christoph der Große

Auf dem Weg in die Altstadt sind wir auch gleich am Ufer der Düna auf die erste Sehenswürdigkeit gestoßen. Dort steht die Statue Kristaps des Großen, dem Gründer Rigas. Der Sage nach rettete der Große Christopher in einer stürmischen Nacht ein Kind aus dem Fluss und nahm es mit in sein Hütte, um ihm Schutz vor dem Sturm zu bieten. Als er am nächsten Morgen aufwachte, war das Kind verschwunden, aber an der Stelle, an der das Kind geschlafen hatte, lag ein Haufen Geld, von diesem soll Riga erbaut worden sein.

Die 3 Brüder

Die 3 Brüder sind das älteste Wohngebäudeensemble in Riga, das älteste erhaltene Gebäude Nr.17 wurde im 15. Jahrhundert erbaut, die Nr. 19 und 21 sind jünger. Auf kleinsten Parzellen wurden diese Häuser als Gewerbe- und Handelshäuser errichtet, wurde in diesen Häusern gewohnt, gearbeitet und Handel getrieben.

Die 3 Brüder wurden im 2. Weltkrieg zerstört und und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut und beherbergen heute das Museum der lettischen Architektur und die Büros der Denkmalschutzbehörde.

Der Dom zu Riga

Der Dom zu Riga ist eine imposante Kathedrale im Herzen Rigas, in der eine gewaltige Orgel zu finden ist, die über 6700 Pfeifen, 124 Register und 4 Manualen verfügt, somit ist sie eine der größten Orgeln der Welt.

Heute ziehen die Konzerte auf der Orgel Einheimische sowie Touristen regelmäßig in den Dom zu Riga

Das Jugendstilviertel

Riga ist eine Stadt des Jugendstils, gut ein Drittel der Häuser sind Jugendstilbauten. Die eindrucksvollsten findet man in der Alberta iela in der Neustadt. Riga ist wirklich sehr gut zu Fuß zu erkunden, auch zur Alberta iela waren es nur ein paar Gehminuten. Zur Wende in das 20. Jahrhundert erlebte Riga dank der Hanse eine wirtschaftliche Hochkonjunktur und es wurde viel gebaut, um dem Bevölkerungszuwachs gerecht zu werden. Um den Wohlstand zu zeigen und mit anderen Metropolen gleich zu ziehen, wurden die Häuser mit den für den Jugendstil typischen Ornamenten verziert. Die Alberta iela ist eine schöne Straße, um dies zu bewundern.

Das Eckhaus

Bild Quelle: lidenz.ru
Bild Quelle: lidenz.ru

Dieses prunkvolle Gebäude am Freiheitsboulevard mit seinen 6 Stockwerken stand über 10 Jahre leer, der Grund dafür liegt in seiner grausamen Geschichte. 

Bis 1990 war hier die Zentrale des KGB untergebracht. Einige Besucher kamen auch schon zu KGB Zeiten freiwillig hierher, im Eingang hängt auch heute noch der Briefkasten, in den Denunzianten ihre anonymen Anzeigen werfen konnten.

Die meisten wurden aber gegen ihren Willen in diesen Häuserblock , im Volksmund einfach das Eckhaus genannt, gebracht und inhaftiert.

Nach 1991 wurden Teile des Gebäudes von der lettischen Polizei genutzt, danach stand es leer, nur manchmal nutzen Filmcrews das Gebäude, zum Beispiel für den Wallander Krimi" Hunde von Riga".

Mittlerweile ist das Eckhaus ein Museum, die Keller in denen sich die Zellen befinden und die Verhörräume kann man nur in einer geführten Tour besichtigen, den Rest kann man allein erkunden.

Das Freiheitsdenkmal

Das Freiheitsdenkmal ist das Symbol der lettischen nationalen Souveränität. 

Auf dem Granatfelsen steht eine kupferne Frau, die 3 goldene Sterne trägt, diese symbolisieren die 3 lettischen Regionen Kurland, Livland und Lettgallen. 

Während der sowjetischen Besetzung war das Freiheitsdenkmal den Besatzern ein Dorn im Auge, die Letten kamen den Russen entgegen und änderten die Symbolik der Figur, die Frau stellte ab sofort Mütterchen Russland dar, die die drei baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen in die Gemeinschaft aufnimmt. 

Trotz allem sollte das Denkmal auf Wunsch der Besatzer gesprengt werden, angeblich sei es baufällig und gefährde den Straßenverkehr Rigas, woraufhin der Bürgermeister Rigas kurzerhand den Platz um das Denkmal zu Fußgängerzone erklärte und es damit retten konnte. 

Heute steht eine Ehrenwache vor der Statue , die Wachablösung findet stündlich statt.

Die Laima Uhr

Unweit des Freiheitsdenkmal steht die Laima Uhr, sie ist ein beliebter und  viel besungener Treffpunkt in der Stadt. Aufgestellt wurde sie 1924 von der Firma Laima, dem größten Hersteller von Süßigkeiten in Riga, damit die Arbeiter auch immer pünktlich zur Arbeit erschienen.

Die Katze auf dem Dach

Weiter ging es für uns zum Haus mit der Katze auf dem Dach, der legende nach wurde ein Kaufmann nicht in die Gilde der Schwarzköpfe aufgenommen und installierte auf dem Dach des Hauses gegenüber die schwarze Katze mit dem Buckel, die dem Gildehaus den Hintern entgegen streckte. Als er später doch in die Gilde aufgenommen wurde, dreht er die Katze einfach um und beendete damit diesen Affront.

Die Bremer Stadtmusikanten

Etwas verwundert stehen viele Touristen in Riga vor der Skulptur der Bremer Stadtmusikanten und fragen sich, wie diese hierher gekommen sind. Die Antwort ist so simpel wie einfach, Bremen ist die Partnerstadt Rigas und wurde 1990 als Geschenk der Stadt überreicht. Im Gegensatz zu dem deutschen Pendant, stehen in Riga die Tiere zwischen zwei massiven Metallbändern welche die Öffnung des eisernen Vorhangs und die damit einhergehende Freiheit darstellen soll, die Haltung und Mimik der Tiere zeigt die mit der Freiheit einhergehenden Emotionen.

Das Schwarzhäupterhaus

Das beeindruckendste Gebäude am Rathausplatz wurde 1334 zum ersten Mal urkundlich als neues Haus der Gilde erwähnt, die Rede ist vom Schwarzhäupterhaus.

Das im gotischen Stil errichtete Gebäude wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut, erhielt Anfang des 17. Jahrhunderts seine Renaissancefassade und die riesige Uhr. Wer aber nun denkt vor einem mustergültig restaurierten historischen Gebäude zu stehen irrt, es wurde nach dem 2. Weltkrieg komplett abgerissen und erst Ende des 20. Jahrhunderts originalgetreu rekonstruiert.

Bis zum 17. Jahrhundert kamen in dem Gebäude Bruderschaften und Vereine Rigas zusammen, dann ging es in den Besitz der "Compagnie der schwarzen Häupter" über, bei denen es sich um meist um junge, nicht verheiratete ausländische Kaufmänner handelte, die keine Bürgerrechte besaßen und das Haus als Junggesellenclub nutzten.

Zentralmarkt Riga

In vielen Städten werden die wichtigsten Plätze umgebaut, Fremdenführer erzählen: " Dies war früher der Markt", in Riga ist er  noch da, mitten in der Stadt, der Zentralmarkt. Da wir uns in jeder Stadt gerne die Markthalle anschauen, war es selbstverständlich auch in Riga ein Muss.

Die Hallen, in denen der Markt untergebracht ist waren früher Zeppelin Hangars, unter den Hallen wurden Keller gebaut, die eine zwei Hektar große Stadt mit insgesamt 337 Meter langen Korridoren bilden.

Der Zentralmarkt Rigas ist ein wirkliches Erlebnis, sein unablässiges Raunen, das Lachen, seine Dynamik und Vielfalt begeistern seid Jahren die Besucher. Das ganze Jahr hindurch kann man hier alles kaufen was das Herz begehrt. Hier findet man die größte Fischauswahl Rigas sowie Obst, Gemüse, Backwaren, Gewürze und vieles mehr, auch finden die Bewohner Rigas hier Dinge für den Haushalt und den Alltag, Blumen und Pflanzen sowie liebevoll gestaltete Handarbeiten.

Seit 1997 ist das ganze Areal UNESCO Weltkulturerbe.

Nun war es an der Zeit zum Schiff zurück zu gehen. Wir hatten einen wunderschönen Tag in Riga, diese Stadt hat uns wirklich sehr positiv überrascht, selten haben wir eine derart vielfältige und interessante Stadt besucht, wir werden gerne wieder kommen. Weiter ging es nach Thallin.

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